London, die Stadt der Verlierer?

Donnerstag, 01.12.2016 17:20 von

Der britische Notenbankpräsident hat die Stimme erhoben: Europa dürfe die Insel in den Brexit-Verhandlungen nicht schwächen. Denn das Land sei der „Investmentbanker Europas“ – und seine Stärke daher im Interesse der EU.

Die Angriffe der Brexit-Befürworter auf den britischen Notenbank-Präsidenten sind dieses Mal ausgeblieben. Dabei gehören die kritischen Stimmen seit Monaten stets dazu, sobald sich Mark Carney über die Europäische Union und den Austritt der Briten auslässt. Denn er hat bereits vor dem Referendum im Juni heftig vor einem Austritt Großbritanniens aus der EU gewarnt. Doch dieses Mal war es anders.

Der Chef der Bank of England hat bei einem Auftritt Mitte der Woche etwas gesagt, dass selbst den Kritikern gefallen dürfte: „Großbritannien ist im Grunde der Investmentbanker Europas“, wenn man sich die dominante Rolle Londons im Aktien- und Anleihegeschäft anschaue, betonte Carney. „Es ist im größten Interesse der Europäischen Union“, dass es im Zuge des Brexit einen reibungslosen Übergang gebe und der Zugang der europäischen Wirtschaft zu diesen Dienstleistungen gewahrt bleibe.

Der Notenbankchef hat damit ungewöhnlich deutlich gewarnt, dass die Staatengemeinschaft sich am Ende ins eigene Fleisch schneidet, wenn der Finanzplatz London durch einen Brexit massiv leiden sollte. Carney hat ähnlich klare Worte benutzt wie Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) nur wenige Tage zuvor – zu genau demselben Thema, allerdings mit entgegen gesetztem Tenor: Es sei vor allem Großbritannien, das von den Auswirkungen des Brexit am härtesten getroffen würde. Es würden sich Fragen stellen, wo künftig die Finanzgeschäfte der Eurozone betrieben würden.

Bisher waren es vor allem Politiker, die den Streit über die denkbaren Brexit-Folgen dominierten. Inzwischen haben sich auch die beiden führenden Notenbanker Europas mit eher undiplomatischen Worten eingeschaltet.

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