Leben am Loch

Samstag, 10.09.2016 11:40 von

Im Rheinischen Braunkohlerevier geht eine Ära zu Ende: Die letzten Umsiedlungen stehen an. Doch für die Betroffenen, die dem Tagebau weichen müssen, ist es nicht damit nicht vorbei. Der Schmerz des Verlustes bleibt.

Wilfried Lörkens hatte ein Wasserschlösschen in Borschemich – einen stattlichen Backsteinbau mit Turm, großem Tor, Garten und Obstwiese drumherum. Als es an der Zeit war, sagte ihm die Oma: „Jung, für uns war es auch nicht immer einfach. Du musst uns versprechen: Guck, dass das hier nicht unter den Hammer kommt.“ Lörkens hat es nicht geschafft. Das Schlösschen ist zwar nicht unter den Hammer, aber unter den Bagger gekommen. Es ist abgerissen und existiert nicht mehr.

Im Rheinischen Braunkohlerevier stehen nach 63 Jahren die letzten Umsiedlungen an. Die fünf Erkelenzer Ortschaften Keyenberg, Unter- und Oberwestrich, Kuckum und Berverath mit rund 1600 Menschen müssen Platz machen, damit die Kohle ausgebaggert werden kann. Lörkens hat das hinter sich. Physisch zumindest.

Jetzt sitzt er in der neuen modernen Küche seines neuen Hauses im neuen Erkelenzer Dorf Borschemich. Borschemich (neu) heißt das. Alle Straßen haben hinter dem Namen den kleinen Zusatz (neu). Sätze wie diese sagt der 65-Jährige so beiläufig, dass man sie überhören könnte: „Es gibt Nächte, da kommt alles wieder hoch.“ Vor rund einem Jahr musste er raus aus seinem Schlösschen. Die Bilder von dem uralten Anwesen, das zuletzt über 180 Jahre in Familienbesitz war, muss er erst aus den Umzugskisten kramen.

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