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Langzeitfolgen des Brexit werden unterschätzt

Sonntag, 30.10.2016 16:00 von

Die britische Wirtschaft zeigt sich robust nach dem Brexit-Votum vom Juni diesen Jahres, auch die Lage am Arbeitsmarkt sieht auf den ersten Blick gut aus. Experten warnen aber, der Schein könnte trügen.

Der britische Arbeitsmarktexperte Richard Jackman glaubt, dass die hohe Beschäftigungsrate in den Großbritannien über die negativen Langzeitfolgen des Brexit-Votums hinwegtäuscht. Dem Professor an der London School of Economics zufolge profitiert die britische Wirtschaft derzeit von den Vorteilen des nach dem Brexit-Votum stark gefallenen Pfund-Kurses. Beispielsweise, weil britische Waren und Dienstleistungen dadurch für ausländische Käufer billiger geworden sind. Die Nachteile des Brexit-Votums würden dagegen ihre Wirkung erst mit Verzögerung entfalten, sagte Jackman der Nachrichtenagentur dpa.

Die Beschäftigungsrate in Großbritannien war seit dem Votum der Briten für einen EU-Ausstieg am 23. Juni auf ein Rekordniveau gestiegen. Zuletzt betrug sie 74,5 Prozent. Brexit-Befürworter glauben daher, dass Ängste vor dem wirtschaftlichen Schaden des geplanten EU-Ausstiegs unbegründet sind.

Jackman dagegen warnt, der Arbeitsmarkt reagiere nur sehr langsam auf Veränderungen. Noch gebe es aber keinen Druck auf die Unternehmen, weil die Großbritannien die EU nicht verlassen habe. Das könne sich aber nach dem Vollzug des Brexit ändern.

Auch der britisch-amerikanische Arbeitsmarktexperte David Blanchflower glaubt, dass der Brexit unterm Strich Jobs kosten wird. Er spricht sogar von der „Ruhe vor dem Brexit-Tsunami“. Weil insgesamt mehr Menschen eine Arbeit aufgenommen hätten, verberge die Rekordbeschäftigung, dass die Zahl der Arbeitslosen seit dem Brexit-Referendum beängstigend gestiegen sei. Die große Sorge, schrieb Blanchflower im „Guardian“, sei dass die Preise ab kommendem Jahr schneller steigen würden als die Löhne. Spätestens dann würden die Brexit-Folgen bei den Menschen ankommen.

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