Landesumweltminister Habeck: EU-Behörden sollen Monsanto-Übernahme stoppen

Mittwoch, 14.09.2016 15:54 von

KIEL (dpa-AFX) - Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) hält die Übernahme des US-Saatgutunternehmens Monsanto (Monsanto Aktie) durch den deutschen Bayer-Konzern für nicht hinnehmbar. "Die EU-Wettbewerbsbehörden sollten diesen Deal stoppen", sagte Habeck am Mittwoch in Kiel. "Die Konzentration der Macht über Saatgut und Pflanzenschutzmittel zwingt Landwirte in der EU, aber auch und gerade in Entwicklungs- und Schwellenländern, in die totale Abhängigkeit von einigen wenigen Riesen", warnte Habeck. "Wir brauchen mehr Vielfalt und Alternativen und keine Chemie-Oligopole in der Landwirtschaft." Mit der Übernahme geht aus Habecks Sicht eine "fatale Konzentration in der Chemiebranche beziehungsweise bei den Life-Science-Konzernen" weiter.

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer (Bayer Aktie) hatte am Mittwoch mitgeteilt, den amerikanischen Biotechnologie-Konzern zu übernehmen. Bayer und Monsanto unterzeichneten eine bindende Fusionsvereinbarung, die Bayer die Übernahme von Monsanto für 128 US-Dollar je Aktie in bar ermöglicht. Das entspricht einem Kaufpreis von rund 66 Milliarden Dollar (Dollarkurs) (knapp 59 Milliarden Euro). Der Monsanto-Deal ist die bislang größte Übernahme durch einen deutschen Konzern und macht Bayer zur weltweiten Nummer eins im Geschäft mit Agrarchemie./mho/DP/fbr