Krisentreffen zu Kaiser's Tengelmann mit Markant und Norma

Donnerstag, 06.10.2016 12:01 von

MÜLHEIM/RUHR (dpa-AFX) - Zu einem am Donnerstag geplanten Spitzentreffen zur Rettung von Kaiser's Tengelmann werden nach dpa-Informationen auch Vertreter der Handelsketten Markant und Norma erwartet. Kurz vor Ablauf der Frist zur Lösung des Streits um die Zukunft der angeschlagenen Supermarktkette wollen die Beteiligten an einem geheim gehaltenen Ort einen weiteren Rettungsversuch unternehmen, wie es aus Verhandlungskreisen hieß. An einem vorangegangenen Spitzentreffen vor zwei Wochen hatte Norma nicht teilgenommen.

Ein Sprecher der Supermarktkette Rewe hatte in der vergangenen Woche darauf hingewiesen, dass ein möglicher Kompromiss nur mit Zustimmung der Unternehmen Markant und Norma möglich sei. Ebenso wie Rewe hatten beide Unternehmen gegen die Ministererlaubnis zur Komplettübernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingelegt. Die Richter hatten das Vorhaben daraufhin vorläufig gestoppt. Damit der Weg für die Ministererlaubnis frei würde, müssten alle beteiligten Unternehmen ihre Beschwerden zurückziehen, so Rewe.

Kaiser's-Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub hatte die Pläne zur Zerschlagung der verlustreichen Supermarktkette für zwei Wochen ausgesetzt. Bis zum Freitag wollen die beteiligten Unternehmen zusammen mit der Gewerkschaft Verdi einen letzten Versuch unternehmen, doch noch eine einvernehmliche Lösung zu finden. Scheitern die Verhandlungen, will Haub mit dem Einzelverkauf der Filialen beginnen. Dies könnte das Aus für Tausende Arbeitsplätze bedeuten.

Branchenprimus Edeka sowie Kaiser's Tengelmann hatten die Fusion vor etwa zwei Jahren beschlossen. Doch das Bundeskartellamt legte sein Veto ein. Gabriel hebelte das Zusammenschluss-Verbot über eine sogenannte Ministererlaubnis aus, die liegt aber angesichts der juristischen Auseinandersetzungen auf Eis./uta/DP/stb