Kreditversicherer erwartet auch 2017 mehr Autoverkäufe in China

Dienstag, 13.09.2016 11:22 von

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Das staatlich angekurbelte Wachstum der Autoverkäufe in China geht nach einer Studie des Kreditversicherers Euler Hermes weiter, kommt aber vor allem den chinesischen Autobauern zugute. Die Steuersenkung für Einstiegs- und Mittelklassewagen habe den einheimischen Herstellern geholfen, ihren Marktanteil auf 43 Prozent zu steigern, teilte die Allianz-Tochter am Dienstag mit.

Mit weiteren Subventionen dürfte der chinesische Automarkt nächstes Jahr um 5 Prozent wachsen. Das Wachstum komme vor allem aus dem Hinterland, wo einheimische Marken dominierten. In Ballungsräumen dagegen werde der Verkehr wegen der großen Luftverschmutzung zunehmend eingeschränkt. In Shanghai und Peking dürften neue Autos erst nach einer Verlosung gekauft werden - außer Elektroautos. Außerdem würden Elektroautos einheimischer Hersteller mit bis zu 15 000 Euro vom Staat gefördert.

Die deutschen Autobauer seien vor allem in den Ballungszentren und bei Mittel- und Oberklassefahrzeugen sehr gut positioniert. Trotzdem profitierten auch sie von dem Wachstum. Sorgen machten in China aber die langen Zahlungsfristen und die steigenden Insolvenzen, teilte der Kreditversicherer mit. Er erwarte dieses Jahr "20 Prozent mehr Pleiten, und die Zahlungsmoral hat sich in den letzten Jahren im ganzen Land erheblich verschlechtert".

In Großbritannien - dem zweitwichtigsten Exportmarkt der deutschen Autobauer - erwartet Euler Hermes in Folge des Brexit-Votums nächstes Jahr einen Rückgang des Fahrzeugabsatzes um 9 Prozent./rol/DP/jha