Krawalle wegen geplanter Umsiedlung von Flüchtlingen nach Kreta

Mittwoch, 28.09.2016 13:27 von

KRETA/ATHEN (dpa-AFX) - Auf der griechischen Insel Kreta ist es am Mittwoch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen mehreren Demonstranten gekommen. Anlass war eine Debatte des Stadtrats in Rethymno zur Vorbereitung der Aufnahme von Flüchtlingen auf der Insel, berichtete die Zeitung "Eleftheros Typos". Befürworter und Gegner gerieten vor dem Rathaus aneinander. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Menschen auseinanderzubringen, wie ein Video zeigte.

Die griechische Regierung versucht derzeit, die Flüchtlingssituation in den Griff zu kriegen, indem die rund 60 000 Flüchtlinge und Migranten besser im ganzen Land verteilt werden. Vielerorts wehren sich die Bewohner gegen die geplante Unterbringung der Menschen.

Vor allem die Situation auf den Inseln in der östlichen Ägäis soll entschärft werden - dort leben mittlerweile fast 14 000 Flüchtlinge, obwohl es nur Unterkünfte für etwa die Hälfte der Menschen gibt. Ihre Unterbringung auf dem Festland gestaltet sich jedoch schwierig, denn all jene, die seit dem Inkrafttreten des EU-Flüchtlingspakts mit der Türkei illegal nach Griechenland übergesetzt haben, sollen eigentlich wieder zurück in die Türkei geschickt werden. Also müssten sie auf dem Festland festgehalten werden, was nach griechischem Recht nicht unbegrenzt möglich ist./axa/DP/tos