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Kostenwende beim Offshore-Wind

Freitag, 04.11.2016 11:20 von

Lange war fraglich, ob Windräder auf hoher See jemals ohne Subventionen Strom produzieren können. Nun steht die Meerwindindustrie aber kurz davor, voll wettbewerbsfähig zu werden – und hofft auf einen Wachstumsschub.

Teuer, unkontrollierbar, nutzlos – Offshore-Windenergie gilt unter ihren Kritikern noch immer als verrücktes Wagnis, das Firmen wie Volkswirtschaften tunlichst meiden sollten. Klaus Müller, Chef des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, wettert beispielsweise gerne gegen die „kostspieligen Hochseeabenteuer“, die den Preis für die Energiewende unnötig in die Höhe treiben. Manuel Frondel, Energieökonom am Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung, hält ebenfalls nicht viel von Meerwindanlagen. Die Mühlen, die teils höher als der Kölner Dom (159 Meter) aus dem Wasser ragen, seien „nicht steuerbar“ und wären letztlich nichts anderes als „Subventionsruinen“.

Die unrühmliche Historie von Offshore-Windenergie in Deutschland scheint Mahnern und Zweiflern wie Müller und Frondel Recht zu geben. Über Jahre hinweg prägten Planungschaos, explodierende Kosten und mysteriöse Pannenserien das Bild der Meerwindbranche. Alleine Siemens (Siemens Aktie) versenkte fast eine Milliarde Euro im Meeresgrund, weil der Münchner Paradekonzern sträflich unterschätzte, wie schwierig es in der Praxis ist, die Hochseemühlen ans Stromnetz am Festland anzubinden. Doch diese leidvollen Erfahrungen sind mittlerweile überwunden.In der deutschen Nord- und Ostsee drehen sich bereits 835 Windräder, die mit einer Kapazität von 3,5 Gigawatt rein rechnerisch mehr als zwei Millionen Haushalte mit Strom versorgen können. Die allermeisten Anlagen laufen dabei übers Jahr hindurch ohne Probleme. Einzig die Kosten von Offshore-Wind sind noch immer ein Ärgernis – zumindest bis jetzt. Denn laut einer Marktanalyse der Unternehmensberatung Roland Berger, die dem Handelsblatt exklusiv vorliegt, hat die Offshore-Windindustrie einen Wendepunkt erreicht.

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