Kontenskandal war keine Privatangelegenheit

Dienstag, 04.10.2016 21:40 von

Unter dem Druck, Verkaufsziele zu erreichen, haben Wells Fargo-Mitarbeiter Millionen Konten ohne Einverständnis ihrer Kunden eingerichtet. Nun stellt sich heraus, dass davon auch Kleinunternehmen betroffen sind.

Der Skandal um Phantomkonten bei Wells Fargo (Wells Fargo Aktie) ist offenbar größer als bekannt: Dem US-Senator David Vitter aus Louisiana zufolge sind nicht nur Privatkunden, sondern auch Tausende Kleinunternehmen betroffen.

Dies geht aus einem Brief hervor, den der Republikaner Vitter - Leiter des Senatsausschusses für Kleinunternehmen - an Wells-Fargo-Chef John Stumpf richtete und in den die Nachrichtenagentur Reuters Einblick erhielt. Der Vorgang müsse lückenlos aufgeklärt werden, fordert Vitter in dem Schreiben vom 29. September. Mit der Sache vertraute Personen sprachen von etwa 10.000 Kleinunternehmen, die betroffen seien. Eine Stellungnahme von Wells Fargo lag zunächst nicht vor.

Mitarbeiter der Bank hatten mehr als zwei Millionen falscher Konten eingerichtet, um ihre Verkaufsziele zu erreichen. Teilweise mussten die betroffenen Kunden dafür Gebühren zahlen.

Wells Fargo hat sich mit mehreren US-Behörden auf einen Vergleich geeinigt und zahlt eine Strafe von rund 190 Millionen Dollar (Dollarkurs). Sie hat im Zusammenhang mit den Vorgängen etwa 5300 Mitarbeiter entlassen.

Stumpf musste wegen des Skandals auf Aktienoptionen im Wert von rund 41 Millionen Dollar verzichten. Ihm Rahmen der Ermittlungen haben US-Abgeordnete die Zerschlagung der Bank gefordert.

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