Konkurrent kritisiert Fusion von Deutscher Börse und LSE

Dienstag, 20.09.2016 20:40 von

Euronext betreibt die Börsen in Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon – auch mit Frankfurt gab es Verhandlungen. Nun kritisiert der Konzern die geplante Fusion von der Deutschen Börse mit der London Stock Exchange.

Die europäische Mehrländerbörse Euronext macht Stimmung gegen die geplante Fusion von Deutscher Börse und London Stock Exchange (LSE). Der gut 25 Milliarden Euro schwere Zusammenschluss schade Europa, dem Wettbewerb und damit auch den börsennotierten Unternehmen, sagte Euronext-Chef Stephane Boujnah der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ („FAZ“) laut Vorabbericht vom Dienstag.

„Euronext wäre auf dem zweiten Rang zehnmal kleiner. Diese Art von Dominanz kann zu Machtmissbrauch führen.“ Die Euronext ist mit einem Marktwert von 2,6 Milliarden Euro schon heute deutlich kleiner als die Deutsche Börse, die mit rund 14 Milliarden Euro bewertet wird.

Die EU-Kommission, die den Zusammenschluss derzeit unter die Lupe nimmt, hat ihm Rahmen ihrer Fusionsprüfung die Meinungen anderer Marktteilnehmer eingeholt. Vergangenen Mittwoch teilte sie diese Einschätzungen Insidern zufolge der Deutschen Börse und der LSE mit – ließ jedoch offen, wie sie selbst den Deal bewertet.

Das dürfte sie erstmals am kommenden Mittwoch (28. September) durchblicken lassen, wenn die erste Prüfungsphase endet. Experten und die Börsenbetreiber selbst gehen davon aus, dass die Kommission die Fusion anschließend einer intensiveren Phase-II-Prüfung unterziehen wird.

Kritisch sehen könnte die Kommission nach Einschätzung von Analysten die Position des fusionierten Unternehmens bei der Abwicklung von Derivategeschäften (Clearing) sowie im Index-Bereich. Beim Clearing würde durch die Fusion „praktisch ein Monopol“ entstehen, sagte Euronext-Chef Boujnah der „FAZ“. Eine Kombination von Index-Anbietern wie Euro-Stoxx und FTSE könne „schwere Folgen für die Vermögensverwalter haben“.

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