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Kongress der Zeitschriftenverleger startet in Berlin

Montag, 07.11.2016 05:20 von

BERLIN (dpa-AFX) - Unter dem Motto "Freiheit, Vielfalt und Wettbewerb" beginnt am Montag (11.00) der zweitägige Publishers' Summit 2016. Zum Jahrestreffen der deutschen und internationalen Zeitschriftenverleger werden in Berlin rund 700 Gäste erwartet.

Zu den Rednern gehören nach Angaben des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) unter anderem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, EU-Kommissar Günther Oettinger, der FDP-Vorsitzende Christian Lindner und der Politikwissenschaftler Prof. Herfried Münkler.

Am Montagabend zeichnet der VDZ den türkischen Journalisten und ehemaligen Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung "Cumhuriyet", Can Dündar, mit der Goldenen Victoria für Pressefreiheit aus. Am Dienstag steht unter anderem eine Diskussionsrunde zum Thema Meinungs- und Pressefreiheit auf dem Programm.

Am Sonntag wurde der Jurist Stephan Holthoff-Pförtner (68) zum neuen Präsidenten des Verbandes gewählt. Er wurde von der Delegiertenversammlung einstimmig zum Nachfolger von Hubert Burda (76) gekürt.

Holthoff-Pförtner stammt aus der Gesellschafterfamilie der Funke Mediengruppe ("Westdeutsche Allgemeine", "Gong"), die in den vergangenen Jahren verstärkt in das Zeitschriftengeschäft investiert hat. Burda hatte im 20. Jahr seiner Amtszeit seinen Rückzug beschlossen. In seine Zeit fällt die rasante Expansion des Internets.

Im Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag) sprach Burda über den Wandel der Branche und die Dominanz amerikanischer Unternehmen im digitalen Journalismus. "Google hat uns praktisch mattgesetzt. Und wir haben alle klein beigegeben", sagte Burda. "Die grundsätzliche Weichenstellung zur Zeit der Jahrtausendwende, als wir begannen, Google (Alphabet A Aktie) unsere Inhalte kostenlos zu geben, war ein Fehler, für den ich als Verlegerpräsident mitverantwortlich bin."

Korrekturen müssten über die europäische Politik in Brüssel laufen, sagte Burda. Europa könne nur dann eine wettbewerbsfähige Digitalindustrie haben, "wenn für alle Unternehmen die gleichen Regeln gelten"./ah/ca/DP/stk