Komplett den Überblick verloren

Donnerstag, 06.10.2016 13:40 von

Teile von Unister waren offenbar schon 2015 zahlungsunfähig. Das geht laut Berichten aus einem Gutachten des Insolvenzverwalters hervor. Offenbar hatten die Unister-Chefs den Überblick über ihr Firmengeflecht verloren.

Beim Leipziger Internet-Konzern Unister wurden Millionen hin und her geschoben, in der Buchhaltung herrschte Chaos, auf dem Konto war schon lange Ebbe. In dem Gutachten, über das Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR berichten, übt Insolvenzverwalter Lucas Flöther heftige Kritik an der mangelhaften Buchhaltung in dem Konzern, die ihm eine Übersicht über die finanzielle Lage bis heute stark erschwerten. Auf allen Konten des Unternehmens fanden sich gerade noch knapp 4000 Euro liquide Mittel. Es sei „nicht auszuschließen, dass einzelne Gesellschaften des Unister-Konzerns bereits seit dem Jahr 2015 zahlungsunfähig sind“.

Theoretisch könnte sogar gegen den einstigen Unister-Chef Thomas Wagner „Ansprüche wegen verspäteter Insolvenz-Antragstellung bestanden haben“, heißt es in dem Gutachten. Wagner, Gründer und Chef von Unister, war Mitte Juli bei einem Flugzeugabsturz in Slowenien ums Leben gekommen. Er hatte zuvor in Italien vergeblich versucht, frisches Geld aufzutreiben. Auf dem Rückweg aus Venedig stürzte das Flugzeug von Wagner ab.

Was in Venedig genau passiert ist, ist nicht geklärt. Insidern zufolge soll Wagner einem „venezianischen Geschäftsmann“ rund eine Million Euro in bar übergeben und im Gegenzug einen deutlich höheren Barkredit in Schweizer Franken erhalten haben. Bei den Franken soll es sich aber größtenteils um Blüten gehandelt haben, was Wagner jedoch angeblich erst später auffiel.

So lag dem MDR-Magazin „exakt“ eine Bestätigung der italienischen Polizei vor, wonach Wagner vor dem geplanten Rückflug nach Deutschland in Venedig noch Anzeige erstattet hat. Zudem sagte ein Sprecher der slowenischen Polizei dem MDR, an der Absturzstelle habe man „italienische Dokumente“ gefunden - also ein Skript der Anzeige.

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