Notenbanken bleiben auch 2017 marktbeherrschend

Samstag, 14.01.2017 11:56 von

Zurückblickend lässt sich konstatieren, dass nichts an der Börse einfacher ist, als den Vortag nochmals zu handeln. Diese alte Börsenweisheit lässt sich auch auf einen längeren Zeitraum übertragen wie beispielsweise das Jahr 2016, das an ungewöhnlichen Ereignissen, welche die Börsen kräftig durchgeschüttelt haben, nicht arm war. So sorgten neben den regionalen Krisen insbesondere die Entscheidung über den EU-Austritt Großbritanniens und die Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten oftmals zu nicht nachvollziehbaren Kursbewegungen.

 

 

Aber 2016 ist Vergangenheit und nun gilt es, sich für 2017 zu rüsten! Doch sind die Einflussfaktoren für das neue Jahr so unkalkulierbar, dass grundsätzlich alles möglich erscheint. Deshalb werden Wucht und Schnelligkeit von Marktverwerfungen die neue Normalität sein und uns durch das ganze Börsenjahr begleiten. Das bedeutet gleichzeitig, dass sich Investoren insbesondere im noch neuen Jahr wie auf einem zugefrorenen See verhalten sollten. Auch dort ist die persönliche Einschätzung des Gefahrenpotentials unabdingbar. Ist das Eis an manchen Stellen noch dick und tragfähig, so kann es an anderen Stellen dünn und brüchig sein - oder durch eine zu große Belastung bzw. Tauwetter schnell seine Stabilität einbüßen.

Die Erzeuger von solchen Rahmenbedingen sind u.a. die Notenbanken, welche auch in diesem Jahr mit den Folgen politischer Ereignisse (Wahlen in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und eventuell auch in Italien) umzugehen haben. Zusätzlich werden allerdings auch Themen wie die „Auferstehung“ der Bankenkrise, die Unberechenbarkeit des US-Präsidenten Donald Trump, der Beginn der Brexit-Verhandlungen sowie die von manchen versuchte Selbstzerstörung des gemeinsamen Europas durch die Rückbesinnung auf nationale Werte die Märkte bewegen. Insbesondere „D.T. - der Unberechenbare" spielt mit Gedanken, sich von diversen Handelsabkommen zu befreien und die USA wie ein Unternehmen zu führen. Dieser neue Ansatz von Politik ist sicherlich nicht verwerflich, aber Handel und Frieden hängen eng miteinander zusammen. So ist jeder gute Kaufmann im Sinne guter geschäftlicher Beziehungen am Wohlergehen seiner Kunden interessiert und würde gegen diese nie einen „Krieg“ führen.

Das beste Beispiel für gelungene Friedenspolitik infolge einer Annäherung in wirtschaftlicher Hinsicht ist hierbei immer noch Europa. Auch wenn man nicht mit allen Errungenschaften in Europa glücklich ist, so kann man dennoch auf die bisher längste Friedensphase in Kerneuropa stolz sein. Dieses für die gesamte EU-Bevölkerung sehr hohe Gut gilt es auch in den kommenden Jahren zu erhalten und zu verteidigen. In Ermangelung politischer Unterstützung wird die Europäische Zentralbank weiterhin mit ihren geldpolitischen Entscheidungen für die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sorgen müssen. Es bleibt abzuwarten, wie ihr dies gelingen wird. 

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Klaus Stopp ist Head of Market Making Bonds bei der Baader Bank AG. Baader betreut an den Börsenplätzen Berlin, Frankfurt und München u.a. den Handel mit Anleihen und betreut Deutschlands führende Anleihen-Website Bondboard.
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