Kärnten refinanziert sich für Heta-Einigung

Donnerstag, 13.10.2016 20:14 von

Das österreichische Bundesland Kärnten refinanziert die Einigung mit den Gläubigern der Skandalbank Heta über die Emission einer Anleihe. Der vom Kärntner Ausgleichszahlungs-Fonds (KAF) emittierte Bond (A1863Q) ist im Januar 2032 fällig und wurde am Mittwoch an den Börsen München und Berlin eingeführt. Die Nullkupon-Anleihe weist ein Volumen von 10,3 Mrd. € auf und notiert aktuell mit ca. 90,30%, was einer Rendite von rund 0,67% gleichkommt. Heta-Gläubiger konnten ihre Bonds in die Nullkupon-Anleihe der KAF umtauschen. Ergänzend fügte Ulrich Zafoschnig, Vorstand der Kärntner Landesholding, an: „Für jene Gläubiger, die einen Umtausch gewählt haben, sei dann die Haltefrist bis Anfang Dezember abzuwarten. Dann gibt es für sie die Möglichkeit, Papiere an den Fonds zurückzuverkaufen.“

Die Republik Österreich wird darüber hinaus noch in diesem Jahr eine zweite Bond-Emission zur Finanzierung des Kaufs ausstehender Bonds der Bad Bank Heta durchführen. Geplant ist eine Mischung aus Treasury-Bills, neu ausgegebenen Bonds und den verbleibenden geplanten Auktionen, die vor dem ersten Zahlungstermin am 14. Dezember anstehen.

Am Montag hatte der KAF bekanntgegeben, dass 98,71% der Heta-Anleihegläubiger das Rückkaufangebot angenommen haben. Damit ist die Voraussetzung erfüllt, Kärnten von der Landeshaftung für die Ex-Landesbank Hypo Alpe Adria zu befreien. Dem Rückkaufangebot mussten mindestens zwei Drittel der vorrangigen bzw. 25% der nachrangigen Gläubiger zustimmen. Tatsächlich haben 99,55% der Vorranggläubiger, die Forderungen von 10 Mrd. € hatten, und 89,42% der Nachranggläubiger mit 1 Mrd. € Forderungen zugestimmt. Eine Insolvenz Kärntens ist damit gebannt.

In Kärnten wurde der Deal groß gefeiert. „Es ist mir ein Stein, nein der Großglockner vom Herzen gefallen", hatte Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) erklärt. Finanziert wird die Heta-Einigung mit 1,2 Mrd. € vom Land Kärnten, während der große Rest durch den Verkauf von Heta-Assets hereinkommen soll, welchen der Bund wiederum vorfinanziert. 

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Klaus Stopp ist Head of Market Making Bonds bei der Baader Bank AG. Baader betreut an den Börsenplätzen Berlin, Frankfurt und München u.a. den Handel mit Anleihen und betreut Deutschlands führende Anleihen-Website Bondboard.
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