Drohendes Verbot von CFD-Trading in Deutschland?

Donnerstag, 22.09.2016 09:08 von

Liebe Leserinnen,

Liebe Leser,

 

die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht arbeitet derzeit an einem Verbot von Bonitätsanleihen. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Art von Zertifikaten, die meist über Banken direkt an Anleger vertrieben werden. Das BaFin hält diese Produkte für zu komplex und nicht anlegertauglich. Derzeit läuft eine Stellungsnahmefrist, wo die betroffenen Banken und Anbieter sich mit dem BaFin austauschen können. Fachanwälte halten allerdings ein Verbot dieser Produkte für wahrscheinlich.

 

CFDs als nächstes?

 

Am Wochenende sagte Elisabeth Roegele, Leiterin der Abteilung Verbraucherschutz, in einem Interview gegenüber der „Welt am Sonntag“, dass auch CFDs und Binäroptionen unter Beobachtung seitens des BaFin stehen. Sie lies durchblicken, dass es bei diesen Produkten höchstwahrscheinlich zu Interventionen kommen könnte.

 

Derartige Interventionen können von einer Einschränkung des Hebels, der handelbaren Werte, der Kontrolle der Kursstellung, der Einschränkung des Vertriebs bis zu einem Vertriebs- oder Produktverbot gehen.  Diverse andere Webseiten haben sich zu diesem Thema ebenfalls geäußert, aber es gibt bisher keine wirkliche Tendenz, wofür sich das BaFin entscheiden wird.

 

Wann wissen wir mehr?

 

Das BaFin hat sich bisher nicht mehr weiter geäußert. Es wird höchstwahrscheinlich über kurz oder lang (1 bis 3 Jahre) eine Phase geben, in denen konkrete Ideen des BaFin vorgestellt werden und die Unternehmen anschließend Stellung beziehen können. Wofür sich das BaFin entscheiden wird, ist nicht absehbar. Ich rechne allerdings in jedem Fall damit, dass es zu einer Einschränkung des Hebels und wahrscheinlich einer besseren Kontrolle über die Kursstellung der Broker kommen wird.

 

Dies ist auch beides sehr wünschenswert und schadet etablierten, gut regulierten Unternehmen in keiner Weise. Schlecht wäre allerdings ein Rundumschlag, wo CFD-Trading einfach verboten wird. Denn dann würde man die guten und seriösen Unternehmen aus dem Markt werfen, während unregulierte Firmen mit Sitz im EU-Ausland weiterhin die Kunden kontaktieren würden.

 

Wie geht es nach einem möglichen Verbot weiter?

 

Sollte es wirklich zu einem Verbot von CFDs kommen, wird dieses börsengehandelte Produkte nicht betreffen. Trader müssen dann über die Terminbörsen Futureskontrakte handeln. Dies ist auch jetzt schon möglich, wird jedoch meist wegen der hohen Margin-Anforderungen von vielen Tradern gemieden. Wer also nach einem Produktverbot noch handeln will, muss sein Handelskapital wahrscheinlich deutlich aufstocken und dann beispielsweise über die EUREX in Frankfurt handeln. Wie jedoch bereits gesagt, gibt es derzeit keine Anzeichen in welche Richtung sich das BaFin bewegen wird. Zudem wird es eine Übergangsphase geben in der sich Trader und Broker vorbereiten können.

 

Ihr Sebastian Hell

Geschäftsführer QTrade

www.qtrade.de

 

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Verantwortlich für den Inhalt ist allein der jeweilige Autor.

Über den Autor

RSS-Feed
Sebastian Hell hat Inter-
nationale Finance in Deutschland und den USA studiert. Er berät Ver-
mögensverwalter und Hedge Fonds bei der Umsetzung von Handels-
strategien und veröffentlich regelmäßig im Auftrag von QTrade Kolumnen über die Finanzmärkte.
QTrade mit Sitz in München bietet seinen Kunden neben Top-
Handelskonditionen umfangreiche Zusatz-
software für den MetaTrader 4 und 5 wie Actionlines, Sekunden-Trader, QCentral, QSnap und vieles mehr! Mehr Infos unter www.qtrade.de.