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Dotcom-Blase und FANG-Aktien - wiederholt sich das Jahr 2000?

Freitag, 16.06.2017 14:00 von

Viele Anleger erinnert die aktuelle Rally bei US-Technologie-Aktien an die Blase am Ende der 1990er-Jahre als die zahlreichen Internet-, Telekom- und Medienaktien haussierten. Allerdings gibt es deutliche Unterschiede im Vergleich zu damals. Welches Chance-Risiko-Verhältnis haben die Papiere aus dem Tech-Sektor im aktuellen Umfeld?

Ein neues Buchstabenkürzel verbreitet sich rapide in der Finanzwelt: Nach den FANG-Aktien Facebook, Amazon, Netflix und Google rücken nun die FAAMG-Aktien Facebook, Apple, Amazon, Microsoft und die Google-Mutter Alphabet in den Fokus der Investoren. Der Grund für die Dominanz dieser Aktien: Sie sind mit einem Gewicht von insgesamt 12,5 Prozent die fünf am höchsten gewichteten Werte im S&P 500® und haben mit ihrer Rally den Index in den vergangenen Monaten auf Rekordhochs getrieben.

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Investoren setzen auf Growth-Aktien

Inzwischen macht sich bei Investoren allerdings die Sorge vor einer vergleichbaren Blase wie Ende der 1990er-Jahre bei den Technologie-, Medien- und Telekomaktien breit. Damals wie heute hatten Investoren in einem Umfeld, in dem die US-Notenbank trotz der sich abkühlenden Konjunktur die Zinsen zusehends erhöht hatte, auf sogenannte „Growth-Aktien“ gesetzt, also Unternehmen mit starkem Wachstum. Anleger haben angenommen, dass sich die dynamische Unternehmensentwicklung der Vorjahre fortsetzen würde, auch wenn die Wirtschaft zu schwächeln beginnt. Die Zinsentwicklung hatte die Situation damals verschärft. So hatte die Fed Mitte 1999 begonnen, die Zinsen anzuheben, auf damals 5,0 Prozent. Im März 2000 war es bereits 6,0 Prozent.


Bei weitem nicht so hohe Bewertung

Allerdings gibt es etliche Unterschiede im Vergleich zur Lage damals. Nicht nur das Zinsniveau war damals sehr viel höher und gab den Anlegern bei einer Anleiherendite von fünf und mehr Prozent eine Alternative zu Aktien. Auch die Bewertung war damals auf einem anderen Niveau. So kommen die FAAMG-Aktien auf ein durchschnittliches 2018er-KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von aktuell 22,7. Das ist zwar nicht niedrig, aber dennoch weit von der Blasenbewertung des ersten Quartals 2000 entfernt, zumal die Unternehmen bis auf Amazon eine hohe operative Marge erwirtschaften. Damals hatten die fünf schwersten Werte aus dem S&P 500®, also Intel, Microsoft, Cisco, Oracle und der Telekomzulieferer Lucent laut einer Studie von Goldman Sachs ein durchschnittliches 2001er-KGV von 58,3. Während das KGV bei Microsoft bei 55 lag, erreichte der Wert für Cisco und Oracle mehr als 100.

Zudem gibt es noch weitere wichtige Unterschiede. Derzeit sitzen die FAAMG-Aktien auf einem Bestand an Bargeld und kurzfristigen Wertpapieren von insgesamt 340,3 Milliarden Dollar. Damit können die Unternehmen selbst bei einem anhaltend schwachen Konjunkturumfeld weiter kräftig investieren. Anfang 2000 waren es bei dem damaligen Quintett nur 45,2 Milliarden Dollar. Zudem überzeugen die FAAMGs mit einer deutlich besseren Profitabilität und das obwohl Unternehmen wie etwa Facebook weiterhin stark investieren. Nach der Hausse der vergangenen Monate sind die FAAMG-Aktien zwar hoch bewertet, allerdings ist die aktuelle Entwicklung nicht mit derjenigen zur Jahrtausendwende zu vergleichen.

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Quelle: HSBC


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Herausgeber: HSBC Trinkaus & Burkhardt AG, Königsallee 21/23, 40212 Düsseldorf

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