Deutsche Bank unter Beobachtung

Montag, 28.03.2016 17:57 von

Vor dem Hintergrund der Verlustmeldungen bei der Deutschen Bank nimmt Moody's die Bonität der Bank unter die Lupe. So hat die US-Ratingagentur dem Institut avisiert, seine Einschätzung für deren Kreditwürdigkeit abzusenken. Dazu zählten das Langfristrating (A2) und das Rating für vorrangig unbesicherte Verbindlichkeiten (Baa1).

Schon jetzt sehen die Experten Kreditpapiere der Deutschen Bank nur als durchschnittlich gute Anlage an. Eine eventuelle Senkung des Ratings würde laut Moody’s aber nur um eine Stufe erfolgen. Ein Abgleiten in den Bereich der spekulativen Anlagen droht folglich nicht. Dafür müsste Moody's die derzeitige Bonitätsstufe schon um drei Stufen senken.

Als Grund für ihre Überlegungen nennt die Ratingagentur zunehmende Hürden bei den Bemühungen der Deutschen Bank, die Profitabilität in den nächsten drei Jahren zu stärken und zu stabilisieren. Denn Gegenwind bei Erlösen und Ausgaben könnten zu einer Verzögerung bei der angestrebten Verbesserung führen.

Indessen hat das Geldhaus angekündigt, zumindest vorerst keine weiteren Coco-Bonds zu begeben. Diese neuartigen eigenkapitalähnlichen Anleihen seien „aktuell keine attraktive Option“, hatte Finanzvorstand Marcus Schenck der „Börsen-Zeitung" gesagt. Ursprünglich hatte das Institut beabsichtigt, über Coco-Bonds ab 2016 weitere 3 bis 5 Mrd. € aufzunehmen.

Die bereits gehandelten Cocos der Deutschen Bank hatten im Februar vorübergehend stark an Wert verloren, weil viele Anleger sich darum sorgten, ob die Bank nach dem Rekordverlust von 2015 die versprochenen Zinsen auf die 2014 ausgegebenen Papiere zahlen kann.

 

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Klaus Stopp ist Head of Market Making Bonds bei der Baader Bank AG. Baader betreut an den Börsenplätzen Berlin, Frankfurt und München u.a. den Handel mit Anleihen und betreut Deutschlands führende Anleihen-Website Bondboard.
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