Deutsche Bank und VW unter Beobachtung

Donnerstag, 22.09.2016 14:12 von

Zwar gibt sich Deutschlands größtes Bankhaus zuversichtlich, die Forderungen, die die US-Justiz an es heranträgt, drücken zu können. Dennoch hängen drohende Strafzahlungen in Höhe von 14 Mrd. $ wie ein Damoklesschwert über der Deutschen Bank. So viel fordert das US-Justizministerium im Streit um krumme Hypotheken-Geschäfte in den Jahren vor der großen Finanzkrise. Kein Wunder, dass die Titel der Deutschen Bank auch am Bondmarkt unter besonderer Beobachtung der Anleger stehen.

So gaben die Kurse auch eher nach, bevor sie sich im Anschluss wieder leicht erholen konnten. Im fünfjährigen Bereich notiert eine Medium-Term-Note des Bankhauses (DB7XJB) bei rund 101,46% und rentiert damit mit ca. 0,94%. Noch am 7. September hatte der Bond mit 102,828% sein Jahreshoch erreicht. Im langfristigen Bereich stand ein Titel (DB7XJP) im Blickpunkt, der im März 2025 fällig wird und bei einem Kurs von ca. 97,15% eine Rendite von 1,48% aufweist. Sein 12-Monats-Hoch hatte dieser Bond ebenfalls am 7. September mit 99,632% erreicht.

Ein Jahr nach Bekanntwerden der Abgasmanipulationen kämpft Volkswagen immer noch an vielen Fronten. Die bisher eingereichten Schadenersatzklagen von rund 1400 Investoren belaufen sich mittlerweile auf ca. 8,2 Mrd. Euro. Doch operativ sieht es immerhin besser aus als von vielen befürchtet. So bleiben auch die Kurse der VW-Corporates nahe ihrer Jahreshöchststände. Ein bis 10/2021 laufender Titel der VW Financial Services (780516) etwa notiert mit 101,89% knapp unter dem 12-Monats-Hoch von 102,29% am 11. August. Ein im Januar 2024 fällig werdender Bond der VW Leasing (A0JCCZ) liegt bei ca. 112,50%. Dies bedeutet eine Rendite von rund 0,85%. Das Jahreshoch wurde hier mit 113,14% am 10. August erreicht.

Aufmerksamkeit generierten auch die Corporates von Bayer, nachdem bekannt geworden ist, dass der Leverkusener Pharma- und Chemiekonzern gemeinsam mit dem Hamburger Biotechnologie-Unternehmen Evotec neue Therapien für die Behandlung von Nierenerkrankungen entwickeln will. Ein Titel von Bayer (A1ZSAC) mit Laufzeit bis 11/2023 tendiert mit 106,15% wieder in Richtung 12-Monats-Hoch (107,16%) und wirft damit eine Rendite von ca. 0,34% ab.

 

 

 

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Klaus Stopp ist Head of Market Making Bonds bei der Baader Bank AG. Baader betreut an den Börsenplätzen Berlin, Frankfurt und München u.a. den Handel mit Anleihen und betreut Deutschlands führende Anleihen-Website Bondboard.
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