Bankenverband stellt einen „Sechser“ auf

Freitag, 18.03.2016 23:20 von

Den Begriff einer „Bad Bank“ will der Bundesverband deutscher Banken (BdB) partout vermeiden, wenn von der neuen EIS-Einlagensicherungsbank die Rede ist. Mit der Neugründung der EIS rüstet sich die Branche, um gefährdete Institute im Krisenfall schon im Vorfeld möglicher Insolvenzen abzusichern.

Die EIS, mit 25 Mio. € Eigenkapital ausgestattet, ist als neues Vehikel gedacht, um dem weiterhin bestehenden milliardenschweren Einlagensicherungsfonds unter die Arme zu greifen. Die EIS kann im Falle der absehbaren Schieflage einer Geschäftsbank faule Portfolios übernehmen und damit als „Bad Bank“ fungieren. Sollte nichts mehr zu retten sein, steht die geordnete Abwicklung eines Geldhauses auf dem Plan. Außerdem könnte die EIS in Zukunft auch Zahlungen für Geschädigte übernehmen. Damit legt sich der BdB eine Institution zu, die wie ein „Sechser“ beim Fußball Gefahren im Vorfeld versucht abzuräumen, bevor die eigentliche Abwehr in Form des Einlagensicherungsfonds zum Zuge kommt.

Wie der BdB betont, geht es bei der EIS nicht darum, in den Wettbewerb einzugreifen. Vielmehr soll die neugegründete Bank jedes in Schieflage geratene Institut stabilisieren. Grundsätzlich müsse ein Institut auch aus dem Markt ausscheiden können. Die EIS darf auch nicht dafür verwendet werden, dass Geschäftsbanken die milliardenschweren Bestände ihrer eigenen internen „Bad Banks" beim BdB abladen.

Mit Gründung der EIS zieht der BdB auch seine Lehren aus dem Fall der Düsseldorfer Hypothekenbank (DHB), die 2015 wegen ausfallgefährdeter Anleihen der österreichischen Krisenbank Hypo Alpe Adria unter Druck geraten war. Der BdB ist daraufhin mit Garantien eingesprungen, um einen Zusammenbruch zu verhindern und die Reputation des deutschen Pfandbriefs zu schützen. Solche Garantien werden mit den Auslagerungsmöglichkeiten an die „Bad Bank“ künftig nicht mehr nötig sein.

 

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Klaus Stopp ist Head of Market Making Bonds bei der Baader Bank AG. Baader betreut an den Börsenplätzen Berlin, Frankfurt und München u.a. den Handel mit Anleihen und betreut Deutschlands führende Anleihen-Website Bondboard.
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