Bank of Japan adjustiert lediglich ihre Geldpolitik

Donnerstag, 22.09.2016 10:07 von

Weder kaufte Japans Notenbank mehr Anleihen, noch hat sie den negativen Zinssatz weiter gesenkt. Gestern verkündete die Bank of Japan (BoJ) im Anschluss an ihre jüngste Sitzung lediglich, dass sie mit einer Adjustierung ihrer geldpolitischen Maßnahmen auf die anhaltende Verfehlung ihres Inflationsziels von 2 Prozent reagieren würde.

Sowohl der Strafzins bleibt dabei auf Teile der Überschussreserven, der Einlagesatz, unverändert bei minus 0,1 Prozent. Wie bisher bei rund 80 Billionen Yen bleibt auch die jährliche Ausweitung der Geldbasis. Die BoJ will dafür nun das Niveau der 10-jährigen Staatsanleihen auf dem gegenwärtigen Niveau von etwa null Prozent halten und die Zinsstruktur stärker kontrollieren.

Dem Ende ihrer Möglichkeiten nähert sich die Geldpolitik

Die japanische Geldpolitik fokussiert sich somit auf die Akzentuierung der Zinspolitik und nicht mehr auf die Ausweitung der quantitativen Maßnahmen. – Dies verwundert wenig, hat sich doch gezeigt, dass die bisherigen Ausweitungen bereits kaum mehr einen nennenswerten Effekt vorweisen konnten. Die Geldpolitik scheint sich dem Ende ihrer Möglichkeiten zu nähern.

Erwartungsgemäß reagiert USD/JPY

Während die Aktienmärkte in einer ersten Reaktion deutlich zulegen konnten, neigte der USD/JPY-Wechselkurs erwartungsgemäß zur Schwäche (siehe auch "Börse-Intern" vom vergangenen Freitag. Er nähert sich damit wieder der psychologisch wichtigen Unterstützung bei 100 Yen (roter Pfeil im Chart).

USD/JPY - Chartanalyse

Long-Positionen, die mit einer deutlich stärkeren Hilfe der BoJ eventuell sinnvoll gewesen wären, erscheinen damit nun wenig aussichtsreich. Stattdessen sind Short-Trades umso mehr eine Überlegung wert, wenn sich die noch völlig intakte Abwärtstendenz, die Anfang 2016 begann, fortsetzt.

Es kommt nun an die Fed an

Allerdings sollte man dazu noch den heutigen Zinsentscheid der US-Notenbank abwarten. Zwar rechnet kaum jemand mit einer Anhebung des Leitzinses, sollte dieser dennoch kommen, würde der US-Dollar sicherlich deutlich anziehen, was sich im USD/JPY-Wechselkurs in steigenden Kursen auswirken würde. Hält die US-Notenbank den Leitzins aber wie erwartet unverändert, dann könnte dies zum Bruch der 100-Yen-Marke und einer Fortsetzung des Abwärtstrends bei USD/JPY führen.


Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus(Quelle: www.stockstreet.de)

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Über den Autor

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Sven Weisenhaus ist Trader und Börsenanalyst. Seine Erfahrungen und Analysen zu den Themen Geldanlage, Börse und Finanzen veröffentlicht er als Redakteur in verschiedenen Publikationen. Er schrieb z.B. über mehrere Jahre einen auf die Elliott-Wellen-Theorie spezialisierten Börsendienst. Seit 2012 veröffentlicht er als Chefanalyst und inzwischen Geschäftsführer einen renommierten Börsennewsletter. Seit einigen Jahren gehört er zum Team von Stockstreet.de und schreibt dort unter anderem die Analysen des „Target-Trend-Spezial“ - einem börsentäglichen Dienst, der unter anderem den DAX nach der Target-Trend-Methode analysiert. Sven Weisenhaus hat auch die Redaktion des bekannten Newsletters "Börse-Intern" übernommen. Für mehr Information: https://www.stockstreet.de/