Aktienmärkte 2017: Trend positiv und erhöhte Risiken. Einzelwerte selektieren!

Montag, 09.01.2017 14:48 von Andreas Knobloch

Zum Ende des Jahres wurden viele Prognosen für das Jahr 2017 veröffentlicht. Die Meinungen sind dabei sehr vielfältig. Konstant sind nur die Wahltermine in 2017. Dabei wird sogar ein Zerfall der EU in Erwägung gezogen. Aber muss es soweit kommen? Ich denke nicht. Die Probleme liegen hauptsächlich nicht an einem einheitlichen Europa, sondern an der starren Währung, die für viele Länder als Problem identifiziert werden muss. Es reicht, wenn problembehaftete Länder zeitweise den Euro verlassen könnten, um sich zu restrukturieren.

Wer nur einen Reformstau in diesen Ländern konstatiert, verkennt die Bürger und die Lage im Gesamtkontext. Die Wahlen im Jahr 2017 werden für die bestehende Politik mehr Unsicherheit hervorrufen. Und wer weiß, ob der Aktienmarkt nicht der einzige wirkliche Fluchthafen in Vermögenswerte darstellt und deshalb der Aktienmarkt eine so ungeheure Festigkeit aufweist, wie wir Sie gerade erleben.

Je größer die Krisen, desto stärker die Aktien? Nach den Vorgaben aus 2016 könnte man dies durchaus meinen. Jede noch so schlechte Nachricht wurde mit Stabilität und zuletzt sogar mit einem fast zweistelligen Anstieg beantwortet.

Die Wahltermine im Jahr 2017 sehen wie folgt aus.

Die Prognose der BayernLB sieht mit hoher Wahrscheinlichkeit ein "Durchwurschteln" vor. Eben wie es in den letzten Jahren immer der Fall war.

Die Bewertung des „Deutschen Aktienmarktes“ – gemessen am DAX – ist mit rund 13 noch im normalen Bereich, also wenig überteuert. Die niedrige bis normale Bewertung reflektiert die Probleme!

Die wirklichen Auswirkungen dieser laufenden Finanzkrise kann man schätzen, erbeten, erhoffen, ignorieren oder abwarten. Häufig wird alles heißer gekocht als gegessen. Und dennoch muss bei jeder potenziellen Abwärtsbewegung, gleich wie man Sie identifiziert auf weniger Gutes gefasst sein.

Im Moment steigen die Märkte, sind sogar auf Indexbasis stark überkauft. Wie oben erwähnt ist es nicht auszuschließen, dass die Märkte bei sehr hohen Risiken einen Fluchthafen „Vermögenswerte/Aktienmärkte“ suchen. Zudem kann man nicht ausschließen, dass der beschriebene Worst-Case Fall nicht in 2017…2022…oder gar nicht eintritt.

Ich bin überzeugt mit allen Modellen auch besondere Marktlagen zu identifizieren. Ich bleibe weiterhin meiner Strategie.

In meinem „Aktienbrief mit Absicherungs-Strategie“ bin ich derzeit mit einer Aktienquote von 80 % Long. Aber ich bin auf der Hut! Denn die Risiken der Märkte sind nach meiner Marktstruktur-Analyse erhöht.  

Die Risikostruktur meines Musterdepots sieht wie folgt aus.

 

Das Musterdepot mit Absicherungs-Strategie.

 

Die Marktstruktur des DAX sieht wie folgt aus:

 

Ausblick zum DAX. Der DAX zeigt eine zerklüftete Struktur. Es gibt noch kaufbare Nachzüglerwerte. Kaufbar deshalb, weil manche günstige Werte aus fundamentalen Gründen abgestraft sind. Hierbei meine ich nicht einzelne negative Nachrichten, sondern handfeste strukturelle Probleme wie den Verlust von Marktanteilen, der Übergang von einem Wachstumsunternehmen zu einem Value-Titel (sehr negativ) usw.! Bei Henkel, ProSiebenSAT1 Media und Vonovia würde ich dies verneinen.

Ein Tausch von Unternehmen mit negativem Trend und hohem Risiko sollte aussichtsreich sein.

Hinweise zu anderen Branchen – hier nicht als Tabelle oder Chart abgebildet.

Der Index selbst kann korrigieren, aber gute Einzelwerte sollten stabil sein oder sogar gegen den Trend steigen.

Meine Marktstrukturanalyse sieht bei den Branchen Internet, Biotechnologie, Goldminen, 3D-Drucker Aktien und viele, viele Einzelwerte wie Jungheinrich oder GEA usw.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas Knobloch

PS. In meinem nächsten Brief nehme ich die Consumer Electronic Show unter die Lupe, die in der letzen Woche in Las Vegas stattfand. Dort liste ich die aussichtsreichen Unternehmen für 2017 und danach auf.

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Über den Autor

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Andreas Knobloch ist Analyst und Fondsmanager. Seit 1991 ist er professionell in sechs verschiedenen Investmentgesellschaften und Banken tätig gewesen. Dabei war er für diverse Publikumsfonds und Spezialmandaten verantwortlich. Als globaler Allrounder managte er alle Asset-Klassen und hat sich in seiner fast 30 jährigen Börsenhistorie auf die Forschung und Entwicklung von Modellen und quantitativen Ansätzen spezialisiert. Ein besonderes Augenmerk – auch wenn es atypisch klingen mag – gehört zusätzlich dem Value-Investment und dem Timing. Seit einigen Jahren ist er Herausgeber von Trader-Fokus.de und veröffentlicht dort unter anderem die Analysen der „X5-Tagestrendprognose“ – einem börsentäglichen Dienst sowie für Trader und Berufstätige ausgelegte Handelsmodelle, die aus der Praxis für die Praxis entstanden und dadurch, in der Regel, unkonventionell, einzigartig und erfolgreich sind. Für mehr Information:www.trader-fokus.de