Die Geschäftsdaten für das dritte Quartal, die die deutschen Unternehmen bislang vorgelegt haben, fielen durchwachsen aus. Eine der wenigen Ausnahmen war Basler, wo nicht nur Umsatz und Ertrag positiv überraschten.
Der bei Hamburg ansässige Spezialist für Vision Technology hat demnach von Juli bis September ein Umsatzplus im Jahresvergleich von 26 Prozent auf 16,6 Millionen Euro verbucht. Der operative Gewinn legte genauso stark auf 2,4 Millionen Euro zu, was eine ordentliche Marge von 14 Prozent ergibt. Beeindruckend fällt auch der Auftragseingang von 15,7 Millionen Euro aus, der für einen guten Jahresabschluss spricht. Damit wird die noch einmal erhöhte Prognose des Vorstands verständlich. Dieser geht jetzt für 2012 von einem Umsatz zwischen 54 und 56 (bislang: 52 bis 54) Millionen Euro bei einer Vorsteuerrendite von 8 bis 9 (zuvor: 6 bis 8) Prozent aus. In den ersten neun Monaten schaffte Basler Erlöse von 41,8 (VJ: 41,4) Millionen Euro und ein EBT von 4,2 (4,8) Millionen Euro.
Langfristiger Wachstumsmarkt
Das Geschäft von Basler war in den vergangenen Jahren kräftigen Ausschlägen
ausgesetzt. Zuletzt gab es eine Stabilisierung auf hohem Niveau. Langfristig
bleiben die Aussichten gut, weil sich der Markt für Vision Technology immer
neue Anwendungsfelder erschließt. Experten veranschlagen das Marktwachstum für
die digitalen Kameralösungen, die vor allem in der industriellen
Massenfertigung zur Qualitätskontrolle eingesetzt werden, auf rund zehn Prozent
im Jahr. Basler will von diesem Wachstum profitieren und nach früheren Aussagen
innerhalb von fünf Jahren die Erlöse auf 80 Millionen Euro bei einer EBIT-Marge
von über zehn Prozent steigern. Spielt die Konjunktur einigermaßen mit, ist die
Planung erreichbar. Für das kommende Jahr rechne ich wegen der verhaltenen
wirtschaftlichen Perspektiven aber mit einem geringeren Wachstum von rund fünf
Prozent, allerdings einer EBIT-Marge von 12 Prozent.
Aktie günstig
Die guten Wachstumsaussichten sind meiner Ansicht nach nicht ausreichend im
Kurs eingepreist. Auf Basis meiner Annahmen ergibt sich für 2013 ein günstiges
KGV im einstelligen Bereich. Das Unternehmen ist zwar recht klein, dennoch
lassen sich Gewinnvielfache von 15 rechtfertigen. Da auch die Bilanz mit einer
Eigenkapitalquote von 49 Prozent recht solide ist, ergibt sich ein fairer Wert
für den Titel von 18 Euro. Das entspricht einem Potenzial von rund 50 Prozent.
Allerdings weist die Aktie auch Nachteile auf. Zum einen bewegt sie sich
seit rund zwei Jahren in einer breiten Spanne von 9 bis 15 Euro seitwärts - von
Aufwärtsdynamik keine Spur. Dazu ist das Handelsvolumen in dem Papier gering,
was einen Einstieg (und später auch einen Ausstieg) schwierig macht. Für
langfristig orientierte Anleger ist die Aktie von Basler dennoch interessant.
Die Bewertung ist günstig und die guten Zahlen inklusive hohem Auftragseingang
könnten die Kurse antreiben.
Jahreschart Basler
Kennzahlen:
Aktie: Basler
Land: Deutschland
WKN: 510 200
Akt. Kurs: 12,18 Euro
52-Wochen-Hoch / Tief: 13,48 Euro / 9,40 Euro
Umsatz 12/13: 55 Mio. Euro / 58 Mio. Euro
EPS 12/13: 0,93 Euro / 1,23 Euro
KGV 12/13: 13,1 / 9,9
Marketkap.: 41 Mio. Euro
Kurschance: +50%
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