Euro-Krise hin oder her. Deutschland kann sich wider Erwarten der Talfahrt der Eurozone entziehen. Das zeigt die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im zweiten Quartal dieses Jahres. Das deutsche BIP legte um 0,3% zu, statt 0,1%, wie von den Ökonomen erwartet. Während die Geschäfte mit den Krisenstaaten wie Griechenland und Spanien einbrachen, sorgte die Nachfrage -als Folge der Euroschwäche- in Asien und den USA für positive Impulse. Da asiatische Länder wie China deutliche Rückgänge im Export mit der Eurozone verzeichnen, lockern Notenbanken wie die im Reich der Mitte die geldpolitischen Zügel oder werten ihre Währung ab. Von dieser Stimulierung der Wirtschaft profitiert am Ende dann wieder Deutschland. Nun aber davon auszugehen, dass Deutschland immer nur der Nutznießer der Krise in Euroland sei, ist falsch. Der finanzielle Vorteil wäre mit einem Schlag vernichtet, wenn Deutschland seinen Garantieverpflichtungen nachkommen müsste. Dies wird bei der Berichterstattung über die nörgelnden Deutschen immer wieder vernachlässigt und es bestätigt sich somit die alt bewährte These: „Neid muss man sich hart erarbeiten, Mitleid wird einem geschenkt“.
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