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Björn Junker,
GOLDINVEST.de
Über den Autor:
Björn Junker, Chefredakteur von GOLDINVEST.de, verfügt über langjährige Erfahrung im Rohstoffsektor. Von seinem analytischen Einschätzungsvermögen sowie seinem Gespür für erstklassige Investments will GOLDINVEST.de vor allem profitieren. Durch seine Erfahrung im Bereich Corporate Communications versteht Herr Junker auch die Sprache der Unternehmen, die er beobachtet und analysiert. GOLDINVEST.de bietet Hintergrundberichte und aktuelle Kommentare zum Geschehen an den Rohstoffmärkten und verfolgt die Entwicklung ausgewählter Minengesellschaften aus dem Bereich der Edelmetalle, Basismetalle und sonstiger Rohstoffe. Weitere Informationen finden Sie unter: www.goldinvest.de

Legt China neue große Konjunkturprogramme auf?

16:02 09.10.12

Parteitag steht an

Die chinesischen Kommunisten wählen im nächsten Monat eine neue Führung.
In der Rohstoffbranche hofft man, dass diese sich mit großen
Konjunkturpaketen ins Amt einführen werden.

Rund einen Monat noch, dann könnten für den Rohstoffsektor in China
wichtige Entscheidungen anstehen. Die Branche leidet weltweit unter
anderem unter den schwächer werdenden Wachstumsraten in China. Viele
Rohstoff-Förderer waren zu optimistisch, was die Entwicklung in dem Land
angeht. Nun, wo die chinesische Wirtschaft Schwächezeichen offenbart,
müssen insbesondere bei extrem konjunktursensitiven Rohstoffen harte
Einschnitte vorgenommen werden. Der australische Eisenerzkonzern
Fortescue (WKN: 121862) ist hierfür ein herausragendes Beispiel.

Da sich die europäische Schuldenkrise, ein weiterer wesentlicher
Belastungsfaktor, nicht kurzfristig auflösen wird, ruhen die Hoffnungen
der Branche vor allem auf chinesische Konjunkturprogramme. Das ist der
Grund, warum man bei den Rohstoff-Unternehmen gebannt auf den November
blicken dürfte. Dann nämlich werden die regierende Kommunisten Chinas
ihren Parteitag abhalten, der nur alle fünf Jahre stattfindet. Neben
personellen Veränderungen an der Spitze dürfte vor allem eins auf der
Agenda stehen: Man will die schwache Wirtschaft antreiben. Die besten
Möglichkeiten hierfür bieten Investitionen in die Infrastruktur des
Landes - und genau mit solchen großen Förderprogrammen wird gerechnet.

Dass rund einen Monat vor dem Parteitag in China eine Meldung durch die
chinesische Presse geistert, dass es ein staatliches
Investitionsprogramm in den Eisenbahnsektor geben wird, scheint daher
nur ein Vorbote zu sein. Bereits seit einiger Zeit häufen sich wieder
Meldungen über solche Programme, den großen Wurf" haben die
verantwortlichen chinesischen Politiker aber bisher nicht geschafft.

Umso größer werden die Hoffnungen und Erwartungen an den Parteitag. Dass
Rekordniveaus wie das 2008er-Paket von fast einer halben Billion Euro
verabschiedet werden, erscheint aufgrund der deutlich veränderten
finanziellen Rahmenbedingungen allerdings nicht sehr wahrscheinlich.
Dass auch kleiner ausfallende Infrastrukturinvestitionen Chinas die
Nachfrage nach vielen Rohstoffen stabilisieren werden, dürfte dennoch
kaum bestritten werden.

Die noch bange Frage aber ist: Reicht das auch aus, um den Boom der
letzten Jahre in einigen Rohstoffbereichen wie zum Beispiel dem
australischen Eisenerzsektor weiter zu halten? Australien ist Chinas
wichtigster Eisenerz-Zulieferer, würde demzufolge besonders von einer
wieder stärkeren Nachfrage profitieren. Doch unter chinesischen
Produzenten ging zuletzt noch Skepsis um, dass die staatlichen
Konjunkturprogramme das erhebliche Stahl-Überangebot kompensieren
können. Australische Eisenerzproduzenten kürzen zudem Investitionen und
Kosten. Der Eisenerzpreis dagegen hat sich in den vergangenen Wochen
deutlich von seinen Tiefs, die Anfang September erreicht wurden, erholt
- am Markt scheint man etwas optimistischer zu sein als in der Branche.

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