Der Kalimarkt ist in Bewegung. Die hohe Nachfrage der Vergangenheit
zieht Investoren an. Doch es wird dauern, bis neue Minen ihre Arbeit
aufnehmen können.
Die vergangenen Jahre haben für Kalihersteller so manche
Überraschung gebracht. Die starke Düngernachfrage hat für
explodierende Preise gesorgt. Von den absoluten Hochpreisen ist man
inzwischen wieder weg, doch noch immer lässt sich gutes Geld
verdienen.
Nach Ansicht von Bill Doyle, dem Chef der Potash Corp of
Saskatchewan (WKN: 878149), wird sein Unternehmen in den
kommenden Jahren hohe Gewinne einfahren können. Er ist noch
unsicher, was sein Unternehmen mit dem Geld machen wird. Eine
Möglichkeit ist es, die Aktionäre durch hohe Dividenden am Erfolg zu
beteiligen. Eine andere Möglichkeit könnte ein großes
Aktienrückkaufprogramm sein. Die dritte Alternative beinhaltet die
Akquisition von Mitbewerbern.
Die Kapazitäten werden sich in den kommenden Jahren ausweiten, aber
nur aufgrund des Ausbaus bereits bestehender Bergwerke. Frühestens
2017 wird es nach Ansicht von Doyle neue Minen geben. Somit wird der
Kapazitätsanstieg zunächst begrenzt bleiben.
Doyle steht mit seiner Ansicht jedoch im Widerspruch zu Äußerungen
von K+S (WKN: KSAG88). Der deutsche Mitbewerber von Potash Corp will
Ende 2015 in der kanadischen Provinz Saskatchewan eine neue Kalimine
eröffnen. Das wäre die erste neue Mine in der Region seit mehr als
40 Jahren.
Sorge bereitet der Branche eine Analyse der Rabobank. Diese sieht
langfristig schwindende Gewinne. Der Grund sind neue
Kaliproduzenten, die auf den Markt drängen. Demnach soll sich das
Kaliangebot von derzeit 78 Millionen Tonnen auf 2020 mögliche 107
Millionen Tonnen erhöhen. Diese Menge würde vom Markt kaum
aufgenommen werden können. Es würde einen deutlichen
Angebotsüberhang geben. Wie deutlich dieser ausfällt, hängt von den
angewandten Szenarien ab.
Klar ist, dass China, Brasilien und Indien die Markttreiber sein
werden. Demnach wird ihre Nachfrage für die Branche von besonderer
Bedeutung sein. Da die Bevölkerung sowohl in Indien als auch in
China weiter wächst, wird die Nachfrage nach Düngern nicht abebben.
Einzig die Geschwindigkeit des Wachstums wird unterschiedlich
gesehen.
Kurzfristig sind für die Kalibranche die anstehenden Verhandlungen
über die kommenden Lieferungen von Bedeutung. Bis August sollte der
Vertrag zwischen dem kanadischen Exportkonsortium unter Führung von
Potash und China unter Dach und Fach sein. Dann kann man abschätzen,
wie sich die Situation zunächst weiter entwickeln wird. Allgemein
wird erwartet, dass im laufenden Jahr zwischen 53 Millionen und 56
Millionen Kali benötigt werden. 2011 waren es 55 Millionen Tonnen.
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