Als Student wollte ich mir ein paar (damals noch) D-Mark dazu
verdienen. Und so dachte ich, da ich schon ein paar Jahre
Börsenerfahrung aufweisen konnte, dass ich es mal bei einem
Finanzdienstleister versuchen könnte. Ich machte also mit einem
Vertreter einer damals schon recht großen Firma einen Termin und
wusste dann, warum ich da mein Lebtag weder als Jobber noch als
Kunde vorstellig werden würde.
Vorab möchte ich Ihnen mitteilen, dass das, was ich Ihnen hier
erzähle nicht künstlich aufgeputscht ist, sondern sich wirklich so
abgespielt hat. Also ich sitze da einem Typen gegenüber, der nach
dem üblichen Geplänkel plötzlich eine Mappe vor mir aufschlägt. Auf
dem Bild ist ein Sportwagen zu sehen. Er fragte mich dann, ob ich
den haben will. Ich sagte ja. Dann zeigte er mir die nächste Seite,
auf der ein weißes Traumhaus zu sehen war. Wieder fragte er mich, ob
ich das haben möchte. Ich sagte wieder Ja. Und damit war es noch
nicht zu Ende. Wieder zeigte er mir ein Bild, diesmal einen Traum
von einer Yacht. Die Frage? Ob ich die haben möchte? Was blieb mir
anderes über, als ehrlich „ja“ zu sagen?
Prima, sagte mein Gegenüber. Dann sind Sie hier richtig. Wobei ich
bereits nach dem zweiten Foto verzweifelt darüber nachdachte, wie
ich aus dieser für mich unangenehmen Situation schnellstmöglich
wieder herauskomme. Es ist überflüssig mitzuteilen, dass ich dort
nicht anfing. Und ich es dann doch vorzog, für die liebe Familie und
seit über 100 Jahren alte und qualitativ hochwertige Kieler Bäckerei
& Konditorei Koll Brötchen und Backwaren auszufahren. Ehrliches
Handwerk eben! Was dann doch besser zu mir passte. Obwohl ich mich
an das früher Aufstehen erst langsam gewöhnen musste.
So lese ich heute in der FAZ, dass die Stiftung Warentest den AWD
und ihren früheren Chef Carsten Maschmeyer vorwerfen, dass er
„sytematische Falschberatung“ betrieben habe. Während Herr
Maschmeyer die Zahl der unzufriedenen Kunden im Promillebereich
sieht, behauptet die Stiftung eine Liste mit ca. 34.000 Anlegern zu
haben, die mit einem Produkt der AWD – u.a. dem geschlossenen
Immobilienfonds der Firma Capital Invest – hohe Verluste gemacht
hätten und zum Teil finanziell ruiniert seien. Wobei die Aussage,
dass 80 % den Erwerb der vermeintlichen Altersvorsorge mit Krediten
finanzierten, mich dann doch stark verwunderte.
Nun werde ich einen Teufel tun, hierzulande Herrn Maschmeyer und den
AWD anzugreifen. Wer es in diesem Land wagt, gegenüber jemanden im
Finanzbereich aufzulehnen, der mit einem Ex-Bundeskanzler befreundet
ist (der noch dazu Putin für einen lupenreinen Demokraten hielt!!!)
und so viel Geld mitbringt und auf dessen Mallorca-Ferienvilla unser
Bundespräsident Urlaub macht, der hat vor deutschen Gerichten so gut
wie keine Chance. Das jedenfalls sagt mir meine persönliche
Erfahrung. Weil vor deutschen Gerichten allein ein „Anschein“
genügt, um Sie in Deutschland in Wirtschaftsangelegenheiten mundtot
zu machen. Und zwar unabhängig, ob es wahr ist oder nicht und trotz
FDP-Justizministerin, die sich um alles kümmert, nur nicht um die
einfachen Bürgerrechte. Aber Sie alle sind ja mündig genug, sich ein
eigenes „Urteil“ zu machen.
Aber so ist das halt in unserem Rechts(???)-Staat. Und während wir
als Steuerzahler, die 15 Mrd. Euro in die Commerzbank AG steckten
und dafür keine Zinsen erhalten, weil auf staatlicher Seite bei
Vertragsschluss einer geschlafen hat (oder war das Absicht, Herr
Steinbrück und Herr Asmussen?), legt die Commerzbank nun eine
Anleihe für wahrscheinlich institutionelle Investoren auf, die 7,75
% Verzinsung erhalten. Da muss die Frage gestattet sein, ob Herr
Blessing uns alle auf den Arm nehmen möchte (mir lag ein anderes,
weit deftigeres Wort auf der Zunge).
Und obwohl wir von Globalyze uns freuen, dass die Privatanleger für
Aktien wieder optimistisch sind (laut Pressemeldung ist laut
Infratest derzeit der zweitgrößte Optimismus seit Anfang 2008 zu
verzeichnen), beschleicht uns gleichzeitig die Sorge, dass viele
dieser Hoffnungsfrohen erneut von den Etablierten über den Tisch
gezogen werden. Wobei ich angesichts der jüngsten Vergangenheit
verstehen kann, dass – trotz der positiven Sicht auf den Aktienmarkt
– die Aktie nur bei 25 % überhaupt in Betracht kommt. 30 % nennen
Aktienfonds und 35 % wollen vermeintlich gar kein Risiko eingehen
und legen deshalb (unsinnigerweise) ihr Geld in einer Umgebung mit
ansteigender Inflation und steigenden Zinsen in Festgeld und
Bundesschatzbriefen an.
Ich bitte Sie mit Nachdruck, Letzteres nicht zu tun. Sie werden mit
großer Wahrscheinlichkeit ihr Vermögen real verringern. Was nun doch
wirklich nicht in Ihrem Sinne sein kann. Und, wenn Sie mir schon
nicht glauben, dann rate ich Ihnen, sich die Worte unseres
scheidenden Bundesbankpräsidenten Axel Weber zu vergegenwärtigen.
Und sich die wegen der Staatsanleihen gestiegene Risikovorsorge der
Deutsche Bundesbank anzusehen. Vielleicht überzeugt Sie ja das.
Wir von Globalyze raten Ihnen zur direkten Aktienanlage. Vergessen
Sie Fonds und den restlichen Schrott, wie auch viele Zertifikate
oder Wetten auf die Entwicklung von Indices. Was glauben Sie mit wie
viel Menschen ich Kontakt habe, denen dieser Unsinn aufgeschwatzt
wurde und die damit horrende Verluste gemacht haben. Erst gestern
rief mich eine Dame an, deren Finanzberater ihr eine Wette auf den
sog. „Anti-Dax“, also einen fallenden Dax im letzten Jahr als
seriöse Anlage verklickert hat. Wo doch nun wirklich angesichts der
reichlich vorhandenen Liquidität offensichtlich war, dass der Markt
nach oben gehen musste. Nein.
Ich will Sie ermutigen, Ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen.
Sie können das. Lassen Sie sich bloß nicht einreden, Sie bräuchten
da keine selbsternannten „Experten“. Wenn Sie die wirklich
bräuchten, dann würden die Baumärkte nicht so stark wachsen. Oder
sind Sie etwa alle Handwerker und Gärtner?
Sehen Sie! Was Sie brauchen, ist ein wenig Anleitung und Führung und
ein bisschen zielorientierte und solide Aufbereitung von
Wirtschaftsdaten. Den Rest können Sie selber. Jede Wette. Und da
trauen wir von Globalyze Ihnen mehr zu als all die Banker,
Fondsmanager, Versicherungsagenten, Drückerkolonnen und
Zertifikateverschleuderer.
Wer sich z.B. in eine so schwere, aber dankbare Aufgabe wie
Kindererziehung (wurden wir dafür etwa vorbereitet oder geschult)
einfuchst oder schlicht dieses Leben mit all seinen kleinen und
großen Katastrophen Tag für Tag auf die Reihe bringt, der schafft es
auch halbwegs vernünftig in Aktien zu investieren.
Lassen Sie sich da bloß nicht verunsichern. Sie können das. Achten
Sie nur sehr sorgfältig, wem Sie vertrauen und fragen Sie sich immer
ob Ihre Interessen und die des Beraters wirklich gleichgerichtet
sind. Und schauen Sie darauf, dass die Unternehmen in die Sie
investieren Gewinne machen, wenn möglich ansteigende. That’s it. Und
flüchten Sie, wenn Ihnen jemand die Villa, die Yacht und das Auto
zeigen, dass Sie – so jedenfalls – eigentlich gar nicht wirklich
wollen.
Dann kann Ihnen nichts mehr passieren. Und eine solide und
überdurchschnittliche Rendite ist Ihnen gewiss.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und stets hohe Renditen.
Ihr Norbert Lohrke
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