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Norbert Lohrke,
Globalyze Invest AG
Über den Autor:
Diplom-Volkswirt Norbert Lohrke betreibt seit 2004 www.globalyze.de mit seiner einzigartigen voll-automatisierten fundamentalen Aktienauswahl. Daraus resultieren renditeträchtige Produkte wie Top10 Plus, Top Flop, Value Börsenbrief und der Aktienfonds Globalyze QuantValue (A1JL1H). Nicht zuletzt aufgrund seiner Erfahrungen aus Wirtschaftsprüfung und Bewertung sowie seiner kritischen Betrachtungsweise ist der Investmentprofi einer der meistgelesenen Wirtschaftsautoren im deutschsprachigen Raum. Sein Slogan? „Rendite ist kein Zufall“

Irrlichter und Finanzoptimierer

10:11 10.03.11

Als Student wollte ich mir ein paar (damals noch) D-Mark dazu verdienen. Und so dachte ich, da ich schon ein paar Jahre Börsenerfahrung aufweisen konnte, dass ich es mal bei einem Finanzdienstleister versuchen könnte. Ich machte also mit einem Vertreter einer damals schon recht großen Firma einen Termin und wusste dann, warum ich da mein Lebtag weder als Jobber noch als Kunde vorstellig werden würde.

Vorab möchte ich Ihnen mitteilen, dass das, was ich Ihnen hier erzähle nicht künstlich aufgeputscht ist, sondern sich wirklich so abgespielt hat. Also ich sitze da einem Typen gegenüber, der nach dem üblichen Geplänkel plötzlich eine Mappe vor mir aufschlägt. Auf dem Bild ist ein Sportwagen zu sehen. Er fragte mich dann, ob ich den haben will. Ich sagte ja. Dann zeigte er mir die nächste Seite, auf der ein weißes Traumhaus zu sehen war. Wieder fragte er mich, ob ich das haben möchte. Ich sagte wieder Ja. Und damit war es noch nicht zu Ende. Wieder zeigte er mir ein Bild, diesmal einen Traum von einer Yacht. Die Frage? Ob ich die haben möchte? Was blieb mir anderes über, als ehrlich „ja“ zu sagen?

Prima, sagte mein Gegenüber. Dann sind Sie hier richtig. Wobei ich bereits nach dem zweiten Foto verzweifelt darüber nachdachte, wie ich aus dieser für mich unangenehmen Situation schnellstmöglich wieder herauskomme. Es ist überflüssig mitzuteilen, dass ich dort nicht anfing. Und ich es dann doch vorzog, für die liebe Familie und seit über 100 Jahren alte und qualitativ hochwertige Kieler Bäckerei & Konditorei Koll Brötchen und Backwaren auszufahren. Ehrliches Handwerk eben! Was dann doch besser zu mir passte. Obwohl ich mich an das früher Aufstehen erst langsam gewöhnen musste.

So lese ich heute in der FAZ, dass die Stiftung Warentest den AWD und ihren früheren Chef Carsten Maschmeyer vorwerfen, dass er „sytematische Falschberatung“ betrieben habe. Während Herr Maschmeyer die Zahl der unzufriedenen Kunden im Promillebereich sieht, behauptet die Stiftung eine Liste mit ca. 34.000 Anlegern zu haben, die mit einem Produkt der AWD – u.a. dem geschlossenen Immobilienfonds der Firma Capital Invest – hohe Verluste gemacht hätten und zum Teil finanziell ruiniert seien. Wobei die Aussage, dass 80 % den Erwerb der vermeintlichen Altersvorsorge mit Krediten finanzierten, mich dann doch stark verwunderte.

Nun werde ich einen Teufel tun, hierzulande Herrn Maschmeyer und den AWD anzugreifen. Wer es in diesem Land wagt, gegenüber jemanden im Finanzbereich aufzulehnen, der mit einem Ex-Bundeskanzler befreundet ist (der noch dazu Putin für einen lupenreinen Demokraten hielt!!!) und so viel Geld mitbringt und auf dessen Mallorca-Ferienvilla unser Bundespräsident Urlaub macht, der hat vor deutschen Gerichten so gut wie keine Chance. Das jedenfalls sagt mir meine persönliche Erfahrung. Weil vor deutschen Gerichten allein ein „Anschein“ genügt, um Sie in Deutschland in Wirtschaftsangelegenheiten mundtot zu machen. Und zwar unabhängig, ob es wahr ist oder nicht und trotz FDP-Justizministerin, die sich um alles kümmert, nur nicht um die einfachen Bürgerrechte. Aber Sie alle sind ja mündig genug, sich ein eigenes „Urteil“ zu machen.

Aber so ist das halt in unserem Rechts(???)-Staat. Und während wir als Steuerzahler, die 15 Mrd. Euro in die Commerzbank AG steckten und dafür keine Zinsen erhalten, weil auf staatlicher Seite bei Vertragsschluss einer geschlafen hat (oder war das Absicht, Herr Steinbrück und Herr Asmussen?), legt die Commerzbank nun eine Anleihe für wahrscheinlich institutionelle Investoren auf, die 7,75 % Verzinsung erhalten. Da muss die Frage gestattet sein, ob Herr Blessing uns alle auf den Arm nehmen möchte (mir lag ein anderes, weit deftigeres Wort auf der Zunge).

Und obwohl wir von Globalyze uns freuen, dass die Privatanleger für Aktien wieder optimistisch sind (laut Pressemeldung ist laut Infratest derzeit der zweitgrößte Optimismus seit Anfang 2008 zu verzeichnen), beschleicht uns gleichzeitig die Sorge, dass viele dieser Hoffnungsfrohen erneut von den Etablierten über den Tisch gezogen werden. Wobei ich angesichts der jüngsten Vergangenheit verstehen kann, dass – trotz der positiven Sicht auf den Aktienmarkt – die Aktie nur bei 25 % überhaupt in Betracht kommt. 30 % nennen Aktienfonds und 35 % wollen vermeintlich gar kein Risiko eingehen und legen deshalb (unsinnigerweise) ihr Geld in einer Umgebung mit ansteigender Inflation und steigenden Zinsen in Festgeld und Bundesschatzbriefen an.

Ich bitte Sie mit Nachdruck, Letzteres nicht zu tun. Sie werden mit großer Wahrscheinlichkeit ihr Vermögen real verringern. Was nun doch wirklich nicht in Ihrem Sinne sein kann. Und, wenn Sie mir schon nicht glauben, dann rate ich Ihnen, sich die Worte unseres scheidenden Bundesbankpräsidenten Axel Weber zu vergegenwärtigen. Und sich die wegen der Staatsanleihen gestiegene Risikovorsorge der Deutsche Bundesbank anzusehen. Vielleicht überzeugt Sie ja das.

Wir von Globalyze raten Ihnen zur direkten Aktienanlage. Vergessen Sie Fonds und den restlichen Schrott, wie auch viele Zertifikate oder Wetten auf die Entwicklung von Indices. Was glauben Sie mit wie viel Menschen ich Kontakt habe, denen dieser Unsinn aufgeschwatzt wurde und die damit horrende Verluste gemacht haben. Erst gestern rief mich eine Dame an, deren Finanzberater ihr eine Wette auf den sog. „Anti-Dax“, also einen fallenden Dax im letzten Jahr als seriöse Anlage verklickert hat. Wo doch nun wirklich angesichts der reichlich vorhandenen Liquidität offensichtlich war, dass der Markt nach oben gehen musste. Nein.

Ich will Sie ermutigen, Ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen. Sie können das. Lassen Sie sich bloß nicht einreden, Sie bräuchten da keine selbsternannten „Experten“. Wenn Sie die wirklich bräuchten, dann würden die Baumärkte nicht so stark wachsen. Oder sind Sie etwa alle Handwerker und Gärtner?

Sehen Sie! Was Sie brauchen, ist ein wenig Anleitung und Führung und ein bisschen zielorientierte und solide Aufbereitung von Wirtschaftsdaten. Den Rest können Sie selber. Jede Wette. Und da trauen wir von Globalyze Ihnen mehr zu als all die Banker, Fondsmanager, Versicherungsagenten, Drückerkolonnen und Zertifikateverschleuderer.

Wer sich z.B. in eine so schwere, aber dankbare Aufgabe wie Kindererziehung (wurden wir dafür etwa vorbereitet oder geschult) einfuchst oder schlicht dieses Leben mit all seinen kleinen und großen Katastrophen Tag für Tag auf die Reihe bringt, der schafft es auch halbwegs vernünftig in Aktien zu investieren.

Lassen Sie sich da bloß nicht verunsichern. Sie können das. Achten Sie nur sehr sorgfältig, wem Sie vertrauen und fragen Sie sich immer ob Ihre Interessen und die des Beraters wirklich gleichgerichtet sind. Und schauen Sie darauf, dass die Unternehmen in die Sie investieren Gewinne machen, wenn möglich ansteigende. That’s it. Und flüchten Sie, wenn Ihnen jemand die Villa, die Yacht und das Auto zeigen, dass Sie – so jedenfalls – eigentlich gar nicht wirklich wollen.

Dann kann Ihnen nichts mehr passieren. Und eine solide und überdurchschnittliche Rendite ist Ihnen gewiss.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und stets hohe Renditen.

Ihr Norbert Lohrke

Globalyze
        - Rendite ist kein Zufall


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