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Stefanie Burgmaier,
BÖRSE ONLINE
Über den Autor:
Stefanie Burgmaier ist Chefredakteurin des Anlegermagazins Börse Online und Mitglied des Chefredakteurs-Kollegium der G+J Wirtschaftsmedien. In dieser Funktion ist die gelernte Bank- und studierte Diplom-Kauffrau auch für den Internetauftritt www.boerse-online.de und das Anlegerschutzportal www.graumarktinfo.de verantwortlich. Das Magazin, das sich mit Aktien, Zertifikaten, Fonds, Anleihen und Privaten Finanzen beschäftigt, erscheint jeden Donnerstag. Neukunden erhalten ein vierwöchiges Probeabonnement zum Vorzugspreis.

Hedgefondsmanager erwartet "fürchterliches" Halbjahr an den Börsen

09:53 21.06.12

John Taylor, Manager des größten Devisen-Hedge-Fonds der Welt, FX

Concepts in New York, hält die Finanzpolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel für naiv, da ihr

das Verständnis für die Bedeutung der Märkte fehle. „Den Markt kann man nicht fesseln“, kritisierte

der Experte die Politik der Bundesregierung im Gespräch mit dem Anlegermagazin ‘Börse

Online‘ www.boerse-online.de. Nichtsdestotrotz beeindruckt ihn Merkels Wille zur Umsetzung einer

europäischen Fiskalunion und somit zur finanzpolitischen Machtverlagerung nach Brüssel. „Das

wäre der Geburtsstunde der USA gleichzusetzen“, so Taylor weiter.

Mit Blick auf die weltweiten Aktienmärkte und die Euro-Krise geht Taylor davon aus, dass sich

die Lage in der zweiten Jahreshälfte noch deutlich verschärfen wird. Im Gespräch sagte er: „Zwischen Juli und September wird es fürchterlich, sowohl an den Aktienmärkten

wie für den Euro.“ Taylor prognostiziert, dass der Euro in diesem Zeitraum möglicherweise bis auf

ein Verhältnis von eins zu eins zum US-Dollar fallen, hingegen der chinesische Yen stark an Wert

zulegen könnte. Zudem sei möglich, dass die Zinsen für US-Staatsanleihen bis Jahresende auf ein

Prozent fallen, wodurch sich die Rezession zusätzlich verschärfen würde.

Zum Jahresende rechnet Taylor zwar mit einer nachlassenden Rezession und prognositiziert für

2013 wieder steigende Aktienkurse und einen fallenden Dollar. Allerdings sieht der Finanzmarkt-

Experte darin nur die Ruhe vor dem Sturm. „2014 und 2015 wird man einen deutlichen Anstieg

der Inflation spüren, und dann kommt die Stunde der Wahrheit. Alle bis auf die Reichen werden

darunter extrem leiden“, so Taylor.

Für die turbulenten Kursbewegungen auf den weltweiten Finanz- und Aktienmärkten hat auch

John Taylor keine logische Erklärung mehr. Eine wesentliche Ursache dafür sieht er in den sich

häufig ändernden politischen Spielregeln und im wechselhaften Vorgehen vieler Regierungen. „Sie

greifen so stark in die Märkte ein, dass analytische Systeme nicht mehr funktionieren“, kritisierte

der Fonds-Manager im Gespräch mit ‘Börse Online‘. „Die meisten wussten, dass der Euro eine

Missgeburt ist, aber sie haben ihn trotzdem durchgezogen. Alle Ökonomen hatten vor ihm gewarnt.“

Darüber hinaus übe die Europäische Zentralbank (EZB) im Vergleich zu den nationalen

Zentralbanken nur einen geringen Einfluss auf die Währungspolitik in der Euro-Zone aus: „Im Vergleich

zu Jean-Claude Trichet ist Draghi fantastisch, aber als Chef der EZB kontrolliert er nicht

sehr viel“, stellte Taylor fest.

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Verantwortlich für den Inhalt ist allein der jeweilige Autor.

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