In der Zeitung von gestern können Sie lesen, dass unser
Bundesfinanzminister Schäuble meint, dass „von Griechenland eine
ernste Gefahr für die ganze Welt ausgeht“. Wobei Griechenland nur
die Folge ist und nicht die Ursache. Die wirkliche Gefahr für
diese Welt geht von unfähigen Politikern wie Herrn Schäuble und
Regierungen wie unserer aus, die offenbar nicht den Mut und die
Kraft haben, das Richtige zu erkennen und dann dementsprechend zu
handeln.
Und so sage ich einmal etwas recht drastisches. Und wenn es Morgen
aufgrund eines Schuldenschnitts Griechenlands und der Beteiligung
der Gläubigerbanken zu einer neuen Finanzkrise kommt, so soll es so
sein. Besser jetzt als später. Dann wird der Markt wenigstens einmal
von den ganzen Kostgängern bereinigt, die nur deshalb noch am Leben
sind, weil der deutsche Steuerzahler in sie Milliarden versenkt.
Es ist geradezu absurd und lächerlich, dass Herr Schäuble von einer
freiwilligen Beteiligung der Gläubigerbanken spricht. Glauben Sie
denn, Herr Schäuble, die Banken wären mit uns im umgekehrten Falle
auch so gnädig?
Die kündigen uns Mittelständlern wenn wir einmal in Schwierigkeiten
kommen, ohne mit der Wimper zu zucken unsere Kredite oder lassen uns
schlicht ersaufen. Und so frage ich sie, warum wir ausgerechnet
gegenüber jenen Milde walten lassen sollen?
Wobei ich schon ahne woher der Wind weht. Nach Herrn Dieckmann von
der Allianz meldet sich jetzt auch Herr Blessing,
Vorstandsvorsitzenden der Commerzbank AG, zu Wort. Er, der in seiner
Bank laut Zeitungsberichten über 3 Mrd. Euro griechische
Staatsanleihen in den Büchern hat, ist gegen eine Beteiligung der
privaten Gläubiger.
Was mich nicht wundert. Das wäre ich an seiner Stelle aus purem
Eigennutz auch. Es muss aber die Frage erlaubt sein, wieso wir
wieder und wieder für die Versäumnisse und Fehler dieser unfähigen
Bankiers den Kopf hinhalten sollen? Die sich die Taschen
vollstopfen, uns Kunden schlecht behandeln und unfähig sind ihr
Bankgeschäft ordentlich zu betreiben.
Und wenn Blessing von einem Vertrauensschaden spricht, so kann ich
nur feststellen, dass der schon längst da ist. Und mit jedem Tag
tiefer wird. Und die alternativlose Politik der Regierung im
Gleichklang mit der Opposition förmlich nach neuen Parteien schreit,
die auch das Projekt Europa auf die Tagesordnung und den Prüfstand
stellen. Denn ein solches Europa, dass muss doch einmal
ausgesprochen werden, will doch keiner von uns.
Es gibt in unserem Land schon genug, die von den Produktiven leben
und sich selbst nicht anstrengen. Wir brauchen jetzt nicht noch
ganze Länder, die uns auf der Tasche sitzen.
Und da scheiße ich auf die Political Correctness. Es ist an der
Zeit, dass man die Dinge mal klar an- und ausspricht. Und, wenn die
etablierten Parteien es nicht schaffen, müssen wir uns nach anderen
umsehen, die uns Bürger und Wähler noch ernst nehmen.
Wieso soll ich für ein Europa, das ich nicht einmal in einer freien
Wahl durch meine Stimme legitimiert habe, gerade stehen? Wieso
werden unsere Steuergelder für einen Bail-Out verwendet werden, den
es verfassungsrechtlich gar nicht geben darf? Wieso stimmt der
Deutsche Bundestag für etwas, was sich in Kürze als ein
Verfassungsbruch herausstellen kann bzw. wird? Schließlich ist bald
Anhörung beim Bundesverfassungsgericht.
Das Problem Europas ist seine Legitimation. Es ist nicht frei
gewählt. Es ist nicht demokratisch legitimiert. Und wird nicht
demokratisch geführt. Das zeigt auch die gesamte EU-Schuldenkrise,
die das Volk so nicht will. Eine Mehrheit ist gegen diese
unvernünftige Politik. Und zwar nicht nur in Deutschland.
Und so ist das Ganze doch nur noch zum Lachen, wäre es nicht so
ernst.
Dabei wissen alle, dass der Kaiser nackt ist. Keiner aber hat den
Mut es zu sagen. Und so muss wahrscheinlich wie im Märchen des
Kaisers neue Kleiner erst ein kleines Mädchen kommen und dies sagen.
Dieses Märchen passt wie die Faust aufs Auge auf die Krise Europas.
Parallelen sind durchaus vorhanden.
Das Märchen handelt nämlich von einem Kaiser, der sich von Betrügern
für viel Geld neue Gewänder weben lässt. Diese machen ihm weis, die
Kleider seien nicht gewöhnlich, sondern könnten nur von Personen
gesehen werden, die ihres Amts würdig und nicht dumm seien.
Tatsächlich geben die Betrüger nur vor zu weben und dem Kaiser die
Kleider zu überreichen. Aus Eitelkeit und innerer Unsicherheit
erwähnt dieser nicht, dass er die Kleider selbst auch nicht sehen
kann und auch die Menschen, denen er seine neuen Gewänder
präsentiert, geben Begeisterung über die scheinbar schönen Stoffe
vor. Der Schwindel fliegt erst auf, als ein Kind ausruft, der Kaiser
habe gar keine Kleider an.
Und wieder versagen weltweit scheinbar gestandene Männer und Frauen,
die sog. Elite in Wirtschaft und Politik, weil sie nicht den Mut
haben, das zu tun, was getan werden muss. Und über ihre Untätigkeit
erneut eine Krise viel größeren Ausmaßes heraufbeschwören.
Ich jedenfalls habe von der Regierung dieses Landes und auch der
EU-Kommission jeglichen Respekt verloren. Zwei Jahre haben sie
untätig verstreichen lassen, uns angelogen, die systemischen Risien
in Wahrheit angehoben statt sie zu senken und die Situation
verschärft. Jetzt ist es an der Zeit, dass sie zur Seite treten.
Oder wir Sie mit dem entsprechenden Nachdruck dazu auffordern.
Damit ein neues und gerechteres Europa an den Platz des alten Europa
treten kann. Eines, das seine Jugend und unsere Zukunft nicht
verkauft, sondern eine Zukunft gerade auch für die jungen Menschen
schafft. Und zwar indem es in neue Köpfe und intelligente Ideen
investiert und nicht in die alten verknöcherten und versagenden dem
Tode geweihten Strukturen sowie längst überfälligen Banken,
Unternehmen und Institutionen, die es nicht wert sind, erhalten zu
werden. Und seit Jahren künstlich mit verschwendeten
Milliarden-Subventionen über Wasser gehalten werden.
Es muss schon zu denken geben, wenn selbst der ehemalige
Bundespräsident Köhler in Zeit-Online feststellt: „Europa ist in
Gefahr, sich selbst zu verraten. Die jetzige Situation zeigt, dass
wir vor unseren eigenen Werten versagen ...“.
Jugend Europas erwache. Und zeige der Welt, wer die eigentliche
Gefahr für dich war und ist. Und dass es auch anders geht als so.
Lasst Euch nicht belügen. Es gibt stets eine Alternative! Auch und
gerade für Europa.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und stets hohe Renditen.
Ihr Norbert Lohrke
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