EU lässt Rom eine Bad Bank zimmern

Sie haben faule Kredite in Höhe von 200 Mrd. € in ihren Büchern und können sich immer schwerer am Kapitalmarkt refinanzieren. Kein Zweifel, Italiens Banken steht das Wasser bis zur Oberkante Unterlippe. Vor diesem Hintergrund stand die EU-Kommission zum wiederholten Male vor der schwierigen Aufgabe, alte Regeln zu brechen, ohne das Vertrauen in den Euro zu untergraben.

Ob dies nach monatelangen Verhandlungen über die Errichtung einer Gesellschaft zur Abwicklung fauler Kredite gelungen ist, wird sich erst noch zeigen. Jedenfalls haben sich die EU-Kommission und die Regierung in Rom auf eine Bad Bank geeignet.

Laut EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager ist eine Übereinkunft getroffen worden, wonach die Banken des Landes bei der Bewältigung risikobehafteter Kredite unterstützt werden sollen. Der Plan sieht vor, dass italienische Banken mit Hilfe staatlicher Garantien problematische Kredite aus ihren Büchern auslagern können. Jedoch müssen die Banken für diese Garantien Marktpreise zahlen, die sogar nach drei Jahren noch ansteigen werden, um den Druck auf die Banken zu erhöhen, die faulen Kredite zu verkaufen.

Zusammen mit Reformen soll die Bad Bank das Wirtschaftswachstum des südeuropäischen Landes ankurbeln, das in 2015 mit +0,8% den anderen Euroländern hinterher hinkte, so das Kalkül in Brüssel und Rom. Außerdem hofft man, dass die Darlehensvergabe an Schwung gewinnt. Brüssel will das Vorhaben überwachen, um sicherzustellen, dass es keine unzulässigen Staatshilfen beinhaltet.

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Baader Bank AG
Über den Autor:
Klaus Stopp ist Head of Market Making Bonds bei der Baader Bank AG. Baader betreut an den Börsenplätzen Berlin, Frankfurt und München u.a. den Handel mit Anleihen und betreut Deutschlands führende Anleihen-Website Bondboard.
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