Keine guten Manieren

Donnerstag, 24.11.2016 16:00 von

Die Diskussion um den in Peking gegen Chinesen pöbelnden Daimler-Manager zeigt, dass wir die gegenseitigen Ressentiments nicht unterschätzen dürfen. Die guten Manieren werden schnell vergessen – auf beiden Seiten.

Das ist schon selten dämlich als Ausländer gleich alle Chinesen zu beschimpfen, in einem Streit mit einem Chinesen, um einen Parkplatz in Peking und sie dann auch noch „Bastarde“ zu nennen. So etwas darf eigentlich nicht passieren und schon gar nicht dem Präsidenten und CEO der chinesischen Sparte von Daimler (Daimler Aktie). Andererseits kann so etwas im Affekt schon mal vorkommen, in China ebenso wie in Deutschland, unter Chinesen ebenso wie unter Deutschen. Und eben auch zwischen Deutschen und Chinesen.

Meist jedoch bereuen die Streithähne in so einem Fall schnell, was ihnen rausgerutscht ist, entschuldigen sich und die Sache ist damit erledigt. Auch der deutsche Manager hat sich längst in Anwesenheit der Polizei entschuldigt.

Dass Daimler den Mann nun von seinem Job abzieht, ist im Grunde schon zu viel des Guten. Es sei denn, dies war aus Sicherheitsgründen notwendig: Denn die Geschichte wurde über 13 Millionen Mal auf Weibo (Chinas Twitter) gelesen und 8500 Mal kommentiert.

Einige chinesische Reaktionen sind ebenfalls eine Entschuldigung wert: Zunächst einmal ist es nicht in Ordnung, dass Name, Adresse, Telefonnummer und Fotos des Daimler-Managers ins Netz gestellt werden – eine Einladung zur Lynchjustiz. Es ist auch unverschämt, zum Boykott von Mercedes Fahrzeugen aufzurufen. Und Netzkommentare wie folgender in der „Shanghai Daily“ gehen überhaupt nicht: „Glücklicherweise mussten die Pekinger nur ein Jahr mit diesem kranken, weißen Tier zusammenleben“. Das ist leider kein Einzelfall.

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