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Keine Arbeitserlaubnis für afghanischen Kollegen - Firma streikt

Freitag, 30.09.2016 16:06 von

WINHÖRING (dpa-AFX) - Weil ein afghanischer Kollege keine Arbeitserlaubnis mehr bekommt, haben 120 Mitarbeiter einer Baufirma in Oberbayern am Freitag zwei Stunden lang gestreikt. Aus Solidarität legten sie auf allen Baustellen die Arbeit nieder. Dies sei teilweise "sehr emotional gewesen", sagte der Geschäftsführer des Unternehmens Strasser in Winhöring (Landkreis Altötting), Stefan Birnbacher.

Der Asylantrag des Mitarbeiters wurde 2013 abgelehnt, seitdem wird er in Deutschland geduldet. "Wir bei Strasser stehen hinter unseren Mitarbeitern. Das gilt genauso für ausländische als auch für die deutschen Kollegen", hatte das Unternehmen vor der Aktion mitgeteilt.

Der betroffene Mitarbeiter kam nach Angaben der Firma im Jahr 2010 ohne Pass aus Afghanistan nach Deutschland. Seit 2012 arbeitet er bei Strasser. Von Oktober an habe er keine Arbeitserlaubnis mehr. Grund war laut Medienberichten, dass sich der Afghane nicht um einen neuen Pass bemüht habe. Birnbacher widersprach: Der Mitarbeiter habe sich beim Konsulat in München um einen Pass bemüht - allerdings ohne Erfolg, sagte er der "Welt"./nif/DP/tos