Top-Thema

„Kein Bedarf für zusätzliche Kompensation“ im Abgas-Skandal

Donnerstag, 08.09.2016 20:20 von

In den USA dürfen VW-Kunden wegen des Abgas-Skandals auf Millionen hoffen, in Europa schauen die Verbraucher bisher in die Röhre. Die EU prüft deshalb Verstöße gegen das Verbraucherrecht. VW weist den Vorwurf zurück.

Volkswagen hat den Vorwurf der EU-Kommission, wegen der Abgasmanipulation gegen europäisches Verbraucherrecht verstoßen zu haben, zurückgewiesen. In einem Schreiben an EU-Kommissarin Vera Jourova, das der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag vorlag, weist der Konzern auf die angelaufene Rückrufaktion für die insgesamt 8,5 Millionen betroffenen Fahrzeuge in Europa hin. Mit dieser werde dem Kunden schriftlich garantiert, dass es keinerlei technische Verschlechterungen gebe. "Wir glauben deshalb, dass es keinen Spielraum oder Bedarf für jegliche zusätzliche Kompensation gibt", heißt es in dem Schreiben von VW-Cheflobbyist Thomas Steg an die für Justiz und Verbraucherschutz zuständige Kommissarin.

Auch habe Volkswagen (VW Aktie) nicht gegen die EU-Richtlinien zu Garantien und über unlautere Geschäftspraktiken verstoßen. Genau das hatte Jourova am Montag dem Wolfsburger Konzern vorgeworfen. Sie kündigte zugleich Treffen mit Verbraucherschutzverbänden und -behörden an, um gemeinsames Handeln im Fall VW zu besprechen.

Viele Besitzer von Autos der betroffenen VW-Marken in Deutschland verklagten bereits Autohändler und den Konzern auf Schadensersatz. Sie kritisieren, dass der Konzern den Kunden in den USA Rückkauf oder Entschädigung im Rahmen des 15 Milliarden Dollar (Dollarkurs) schweren Vergleichs anbietet, den Kunden in Europa das aber verweigert. In den USA waren es nur knapp 600.000 Verbraucher. Mit der viel größeren Zahl von 8,5 Millionen in Europa ist das finanzielle Risiko für VW groß: Entschädigungen in großem Stil in Europa könnten dem Unternehmen nach Einschätzung von Experten das Genick brechen.

Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.