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Kaum Bewegung bei den Ölpreisen

Donnerstag, 24.11.2016 13:33 von

Einzelheiten zur Förderreduzierung der Opec stehen noch aus
Einzelheiten zur Förderreduzierung der Opec stehen noch aus - © zhengzaishuru istockphoto.com
Trotz der positiven Signale des Iraks in Bezug auf eine mögliche Produktionskürzung lässt sich bei den Ölpreisen am Donnerstagmittag nur eine geringe Veränderung beobachten. Die Opec will bei ihrem nächsten Treffen am kommenden Mittwoch über die Reduzierung von Fördermengen einzelner Kartellmitglieder entscheiden.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent notiert aktuell bei 50,18 US-Dollar, während für den Erwerb der gleichen Menge des amerikanischen Pendants West Texas Intermediate (WTI) am Donnerstagmittag 48,17 US-Dollar aufgebracht werden müssen. Beide Sorten liegen damit im Vergleich zum Vortag leicht im Plus.

Irak zur Produktionskürzung bereit

Bereits am Mittwoch verkündete der irakische Ministerpräsident Haider Al-Abadi vor Journalisten in Bagdad, dass das Land bereit sei, seine Ölproduktionsmengen herabzusetzen und sich an der beschlossenen Förderreduzierung der Opec zu beteiligen. Der Irak gehört zu den Mitbegründern des Ölkartells, das gegenwärtig aus vierzehn Mitgliedsstaaten besteht. Unter dem Druck des Ölpreisverfalls hatte sich die Opec auf ihrer 3-tägigen Tagung in Algier Ende September überraschend auf eine Förderkürzung geeinigt. Die tägliche Fördermenge soll künftig zwischen 32,5 bis 33 Millionen Barrel pro Tag liegen. Opec-Schätzungen zufolge beträgt sie aktuell rund 33,24 Millionen Barrel pro Tag. Details zu der im Grundsatz beschlossenen Förderreduzierung der Opec sollen auf dem 171. Opec-Treffen am kommenden Mittwoch in Wien beschlossen werden. Denn welche Kürzungen jeder einzelne Mitgliedstaat tatsächlich vornehmen muss, wurde noch nicht entschieden. Trotz des gestrigen Zugeständnisses von Al-Abadi gilt eine Einigung nach wie vor als schwierig.

Hatte der Irak als zweitgrößter Opec-Produzent bislang stets auf Ausnahmeregelungen beharrt, setzt der irakische Wille zur Produktionssenkung nun ein positives Zeichen, das sich offenbar auch bezahlt macht: Das Opec-Sekretariat meldete heute, dass der Korbpreis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder am Mittwoch auf 45,35 US-Dollar je Barrel (159 Liter) gestiegen ist - 10 Cent mehr als am Dienstag. Der Korbpreis wird auf Basis der 14 wichtigsten Sorten des Kartells berechnet.

Russland zeigt sich uneins

Auch Russland als Nicht-Mitglied der Opec sendete zuletzt widersprüchliche Signale hinsichtlich seines Willens zur Drosselung der Ölfördermenge. Noch beim Welt-Energie-Kongress in Istanbul vor zwei Wochen hatte Wladimir Putin Bereitschaft zu einem gemeinsamen Kurs angedeutet. "In der derzeitigen Situation denken wir, dass ein Einfrieren oder sogar eine Senkung des Fördervolumens womöglich der einzig richtige Weg ist, um die Stabilität im globalen Energiemarkt zu wahren", so der Präsident. Doch bereits am Folgetag erfolgte eine Relativierung durch den russischen Energieminister Alexander Nowak. Laut der russischen Nachrichtenagentur Tass erklärte er, dass sich das Land nicht an einer möglichen Senkung der Ölfördermenge beteiligen werde. Es sei stattdessen allenfalls denkbar, die Fördermenge auf dem aktuellen Level einzufrieren. Auch der Chef des größten russischen Ölkonzerns Rosneft, Igor Setschin, zeigte sich wenig kompromissbereit. An einer möglichen Vereinbarung zwischen den OPEC-Staaten und den übrigen Ölförderländern werde sich sein Unternehmen nicht beteiligen, verkündete Setschin gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.