Kanadas flüssiges Gold lockt klebrige Finger

Samstag, 03.09.2016 08:20 von

Für Kanadier hat Ahornsirup einen emotionalen Wert. Der zähflüssige Saft gehört zu ihrer Kultur wie Eishockey und die rotbefrackte Reiterpolizei „Mounties“. Doch das flüssige Gold (Goldkurs) ist auch ein großer Wirtschaftsfaktor.

Er ist süß, klebrig – und ein beliebtes Diebesgut: Ahornsirup aus Kanada. Kürzlich stiegen Einbrecher in ein Lagerhaus am Flughafen von Montréal ein. Was sie stahlen, waren mehrere Paletten „Maple Syrup“, wie Feinschmecker den goldgelben Saft nennen. Die Ladung, gut 15.000 Liter in Dosen sollen die Kriminellen abgezapft haben, sollte von Québec per Schiff nach Japan gehen. Und umgerechnet rund 100.000 Euro bringen, was den Diebstahl zu einem vergleichsweise geringen Vergehen machte. Um weit größere Mengen ging es vor vier Jahren bei der „großen Sirup-Gaunerei“: Damals verschwanden mehr als 2,5 Millionen Liter für knapp 15 Millionen Euro.

Kanadas flüssiges Gold ist auch bei ehrlicheren Verbrauchern heiß begehrt. Im Jahr 2014 produzierte die Ahornsirup-Industrie um die 35 Millionen Liter, wovon sie ein Großteil zu Butter, Zucker und Lutscher veredelte. Alle Ahornprodukte zusammen gingen im vergangenen Jahr für 357 Millionen Dollar (Dollarkurs) über den Ladentisch, wie das Statistikamt errechnete. Doch der Wirtschaftsfaktor Ahornsirup ist weitaus größer.

„Québecs Ahornsirup-Hersteller steuern jedes Jahr rund 600 Millionen Dollar zur Wirtschaft der Provinz bei“, erklärt Serge Beaulieu, Präsident der Föderation der Ahornsirup-Produzenten in Québec. „Sie schaffen 10.000 Vollzeit-Stellen, vor allem in den ländlichen Regionen.“

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