Kampfflugzeug Rafale hebt in Indien ab

Donnerstag, 22.09.2016 16:40 von

Lange Zeit war das Kampfflugzeug Rafale des französischen Herstellers Dassault Aviation ein Ladenhüter – jedenfalls im Export. Interessenten kauften geringere Stückzahlen oder sprangen ab. Nun bahnt sich ein neuer Deal an.

Offenbar soll am Freitag der Verkauf von 36 Rafale-Flugzeugen an Indien unterzeichnet werden, so französische Medien, die sich auf Quellen aus dem indischen Verteidigungsministerium beziehen. Die Kaufsumme soll bei 7,87 Milliarden Euro liegen.

Dafür spricht auch, dass Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian ab Freitag Indien besucht. Der Elyséepalast kündigte die Reise an, ohne den Grund zu nennen. In Frankreich wird aber nach anderthalb Jahren Verhandlungen schon von einem historischen Deal gesprochen. So viele Rafale wurden noch nie verkauft. Überhaupt lief der Verkauf ins Ausland mehr als schleppend an.

Schon seit 2004 wird das Flugzeug von der französischen Armee genutzt. Doch erst 2015 kam es zum ersten Export-Deal. In dem Jahr kauften erst Ägypten und dann Katar jeweils 24 Rafale-Kampfjets. Auch Brasilien war schon mal interessiert, entschied sich dann aber das günstigere schwedische Konkurrenzflugzeug Saab Gripen.

Indien nimmt allerdings auch weniger Rafale ab, als ursprünglich geplant. In den ersten Verhandlungen, die schon 2007 begannen, waren 126 Flugzeuge im Gespräch. Ursprünglich geplant war ein erheblicher Technologie-Transfer, was mit hohen Kosten verbunden war. Zudem fehlten in Indien die Fachleute für die Herstellung, so kam es nicht zu dem ursprünglich geplanten Deal. Um das Geschäft hatten sich auch zahlreiche Konkurrenten gerissen, aber niemand kam zum Zug.

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