IWF und Bundesregierung mit unterschiedlichem Fokus zu Griechenland

Donnerstag, 06.10.2016 19:44 von

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die Bundesregierung und der Internationale Währungsfonds setzen bei der Lösung der Griechenland-Krise weiter unterschiedliche Akzente. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble wies am Donnerstag in Washington weitere Schuldenerleichterungen zurück.

"Das Problem von Griechenland sind nicht die Schulden, das Problem ist, Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen", sagte Schäuble bei einer Podiumsdiskussion, die vom US-Sender CNN ausgerichtet worden war. "Jede Diskussion über Erleichterungen führt in die Irre", sagte er. Griechenland müsse jetzt liefern.

IWF-Chefin Christine Lagarde hatte zuvor erklärt, die griechische Verschuldung seit nicht tragfähig. Hinsichtlich einer Beteiligung des Fonds an einem dritten Rettungspaket für Griechenland gab sich Lagarde zurückhaltend. "Es muss noch mehr getan werden. Die Bedingungen haben sich nicht geändert."

Grundsätzlich hat der IWF mehrfach klar gemacht, dass er sich an neuen Hilfen nur beteilige, wenn die europäischen Geldgeber zu weiteren Schuldenerleichterungen bereit sind. Nur dann könne die griechische Staatsschuld tragfähig werden. Vereinbart wurde aber auch, dass die Euro-Länder über weiterreichende Schuldenerleichterungen erst im Jahr 2018 entscheiden./dm/DP/men