IT-Metropole Bangalore im Ausnahmezustand

Dienstag, 13.09.2016 21:40 von

In Indien eskaliert der Konflikt zwischen zwei Bundesstaaten um einen Fluss. In Bangalore herrscht der Ausnahmezustand. Die Wasserknappheit auf dem Subkontinent wird zum politischen Sprengstoff zwischen den Volksgruppen.

In der sonst quirligen IT-Metropole Bangalore trauen sich nur noch wenige auf die Straße. Die großen IT-Firmen wie Wipro oder Infosys forderten am Dienstag ihre Mitarbeiter auf, zu Hause zu bleiben. Noch bis zum Mittwoch gilt eine Teil-Ausgangssperre.

Zuvor hatten sich ganze Stadtteile in ein Schlachtfeld verwandelt: Um ihrer Forderung nach Wasser aus dem Kaveri Nachdruck zu verleihen, zündeten Demonstranten Autos und Geschäfte an. Zwei Personen wurden bei den Ausschreitungen getötet und Dutzende verletzt. Polizisten verhafteten hunderte Randalierer. Es war das zweite Mal innerhalb weniger Tage, dass wilde Mobs durch die Straßen zogen.

Indiens moderne IT-Metropole, eines der Aushängeschilder des Landes, erlebt eine Welle der Gewalt – und es ist nicht ausgeschlossen, dass der Konflikt weiter eskaliert. Mittlerweile haben die Behörden mehr als 15.000 zusätzliche Sicherheitskräfte in die Stadt beordert. Regierungschef Narendra Modi rief die Bevölkerung zu Ruhe und Ordnung auf.

Doch im ganzen Bundesstaat brodelt es: Die Menschen in Bangalore wehren sich gegen ein Urteil des Obersten indischen Gerichtshofs. Die Richter hatten am Montag angeordnet, dass der Bundesstaat Karnataka mehr Flusswasser aus dem Kaveri in den Nachbarstaat Tamil Nadu durchlassen muss. Damit schwächten sie ein Urteil von Anfang September nur geringfügig ab, das ebenfalls schon zu Ausschreitungen geführt hatte.

Doch angesichts der herrschenden Wasserknappheit sieht sich die Regierung von Karnataka kaum imstande, dem Nachbarstaat Wasser abzugeben. Der Regierung zufolge sind fast die Hälfte der Wassertanks des Bundesstaates leer. „Das Urteil des Obersten Gerichtshofes ist nur schwer zu befolgen“, sagt Regierungschef Siddaramaiah. „Aber wir werden uns beugen.“

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