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Irre Abenteuer aus der Start-up-Welt

Mittwoch, 23.11.2016 09:00 von

Ein Journalist verliert seinen Job und heuert bei einem Start-up an. Was er dort erlebt, macht ihn fassungslos. In einem Buch geht er mit den Praktiken hart ins Gericht. Man sollte daraus lernen.

Betroffenheitsjournalismus ist eine schwierige Sache. Noch komplizierter ist Betroffenheitspublizistik: Einem Autor wird aus seiner Sicht übel mitgespielt und daraus entsteht ein Buch. Rachegefühle sorgen dann schnell für eine Subjektivität, die dem Anspruch eines Sachbuchschreibers nicht gerecht wird. Manchmal sind diese Bücher aber dennoch lesenswert.

Bei Dan Lyons ist das der Fall. Sein Buch „Von Nerds, Einhörnern und Disruption“ ist grundsätzlich eine Abrechnung mit einem Start-up. Das wäre grundsätzlich okay, schließlich darf man dem Autor eine scharfe Beobachtungsgabe und Präzision zutrauren. Allerdings verallgemeinert Lyons sehr stark und wirft leicht übertrieben gesagt alle Start-ups in einen Topf. Rund 25 Jahre als IT-Journalist geben ihm scheinbar Hintergrundinformationen en masse.

Aber weil das so gefährlich ist, sollte das Buch – um es mit Nietzsche zu sagen – mit spitzen Fingern gelesen werden. Des Öfteren schießt der Autor über das Ziel hinaus mit seinen Verallgemeinerungen und der Boshaftigkeit, mit der die Vorgänge in der Firma kritisiert, in der er gearbeitet hat. Aber – und darin liegt der Wert seines Buches – es ist ein hervorragender Gegenentwurf zu den Mythen und Klischees der Silicon-Valley-Welt. Die Wahrheit liegt bekanntlich in der Mitte.

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