IPO: RWE-Tochter Innogy reizt Börsengang voraussichtlich voll aus

Donnerstag, 06.10.2016 13:47 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Milliardenträume beim Börsengang der RWE-Ökostromtochter Innogy werden wahr. Die beteiligten Banken ließen am Donnerstag kurz vor Schließung der Orderbücher durchblicken, dass die Aktien zum Maximalpreis von 36 Euro auf den Markt kommen werden. Investoren mit niedrigeren Limits bei ihren Kaufaufträgen sollten aller Voraussicht nach leer ausgehen. Zudem werde RWE (RWE Vz Aktie) wohl die komplette Anzahl der angebotenen Innogy-Aktien los. So dürfte sich der Bruttoemissionserlös auf rund fünf Milliarden Euro belaufen. Es ist damit der größte Börsengang in Deutschland seit dem des Chipherstellers Infineon (Infineon Aktie) vor mehr als 16 Jahren.

Rund zwei Milliarden Euro aus dem Börsengang stammen aus einer Kapitalerhöhung und fließen auf das Konto von Innogy. Die übrigen Aktien verkauft der Mutterkonzern aus seinem Besitz. Insgesamt standen bis zu ein Viertel der Innogy-Anteile zum Verkauf. Die Preispanne lag ursprünglich bei 32 bis 36 Euro. Zum Maximalpreis kommt Innogy auf einen Gesamtwert von 20 Milliarden Euro und steigt damit auf einen Schlag zum wertvollsten deutschen Energiekonzern auf.

Um 14 Uhr sollten die Bücher schließen. Danach werden der endgültige Preis und das genaue Volumen des Börsengangs erwartet. In der Tochter bündelt RWE sein Zukunftsgeschäft mit Ökostrom, Netzen und Vertrieb. Nach der Trennung von Innogy will sich RWE im operativen Geschäft künftig auf das von der Energiewende schwer gebeutelte Großkraftwerksgeschäft und den Energiehandel konzentrieren. Darüber hinaus baut RWE auf hohe Dividenden von Innogy, die der Konzern etwa für seine Verpflichtungen beim Atomausstieg benötigt. Nach dem Börsengang wird RWE noch mindestens 75 Prozent der Innogy-Anteile halten. Geplant ist, dass RWE auch langfristig mehr als 50 Prozent der Innogy-Aktien behält./enl/jha/stb