Investoren entziehen Deutscher Bank auch bei Anleihen Vertrauen - Coco und CDS

Freitag, 30.09.2016 11:04 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Das schwindende Vertrauen in die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) spiegelt sich nicht nur am Aktienmarkt wider. Parallel zum Absturz der Aktie, die am Freitag erstmals unter die Marke von 10 Euro gefallen war, stürzten die Kurse wichtiger Anleihen der Bank ab. Zugleich zogen die Preise für Kreditausfallversicherungen an, - sogenannte Credit Default Swaps (CDS). Investoren mussten für den möglichen Ausfall von nachrangigen Anleihen so viel zahlen wie noch nie.

Die im Jahr 2014 ausgegebenen, besonders riskante Schuldscheine (Coco-Bonds), mit der die Bank damals ihre Kapitaldecke gestärkt hatte, sackten deutlich ab. So fielen die mit nominal 6 Prozent verzinsten Papiere der Euro-Tranche um bis zu 7 Prozent. Zeitweise lagen sie unter 70 Euro und damit noch tiefer als Anfang Februar, als die Sorgen um die Deutsche Bank erstmals überdeutlich am Finanzmarkt zu spüren waren. Zwischenzeitlich hatten sich die Papiere wieder fast auf 90 Euro erholt.

Inzwischen ist das Vertrauen der Investoren, dass die Bank diese Papiere bedienen kann, also wieder deutlich gesunken. Die Banken dürfen diese Anleihen wegen ihrer besonderen Ausstattungsmerkmale dem Eigenkapital zurechnen - vor ein paar Jahren waren sie als wichtiges Instrument zur Stärkung der Kapitalbasis gepriesen worden. Für die Anleger bergen diese Cocos aber Risiken: Zum einen ist die Zinszahlung ähnlich wie eine Dividende auf Aktien nicht garantiert. Zum anderen können die Papiere für Anleger wertlos werden, wenn die Bank im Krisenfall unter bestimmte Kapitalquoten rutscht./zb/das