In Lesbos soll wieder mal alles besser werden

Samstag, 08.10.2016 11:40 von

Die Behörden sind überfordert, der Tourismus fast tot: In Lesbos gibt es immer mehr Proteste gegen die Flüchtlingssituation. Ein neuer Maßnahmenplan soll die Krise entschärfen. Ärger droht derweil an einer anderen Front.

Bei einem Krisentreffen in Athen ist am Freitag ein Maßnahmenplan für die Flüchtlingssituation auf der griechischen Insel Lesbos aufgestellt worden. Wie das Staatsministerium am Freitagabend mitteilte, soll die Lebenssituation der Menschen in den Auffanglagern der Insel verbessert werden; die Asylverfahren sollen beschleunigt und Nicht-Regierungsorganisationen stärker in die Prozesse eingebunden werden.

Auch die Situation der Inselbewohner stehe auf dem Programm; immer mehr von ihnen protestieren gegen die desolate Lage, zudem ist der Tourismus, die Haupteinnahmequelle der Menschen, auf Grund der Flüchtlingssituation weitgehend versiegt.

Diese hat sich auf der Insel Lesbos und den anderen Inseln der östlichen Ägäis seit Inkrafttreten des europäisch-türkischen Flüchtlingspakts im April massiv verschlechtert. Seither werden alle illegal eingereisten Flüchtlinge und Migranten auf den Inseln festgehalten, um im Rahmen des Pakts zurück in die Türkei geschickt zu werden. Zuvor dürfen die Migranten Asyl beantragen – mangels Fachpersonal zieht sich der Prozess jedoch in die Länge, während täglich immer weitere Flüchtlinge illegal von der Türkei übersetzen.

Allein auf Lesbos leben deshalb mittlerweile fast 6000 Flüchtlinge, wobei die Auffanglager nur eine Kapazität von 3500 Plätzen haben. Vor zwei Wochen eskalierte die Situation: Das Flüchtlingslager „Moria“ wurde von aufgebrachten Lagerbewohnern in Brand gesetzt und weitgehend zerstört. Ähnlich kritisch ist die Situation auf Chios, wo nach Angaben des griechischen Flüchtlingskrisenstabs mittlerweile 4100 Flüchtlingen leben – bei einer Kapazität von 1100 Unterkünften.

Ein Streik der griechischen Fluglotsen hat währenddessen am Samstag Teile des Flugverkehrs innerhalb und außerhalb des Landes lahmgelegt – der Ausstand soll noch bis Donnerstag dauern.

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