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In der Inflationsfalle

Donnerstag, 20.10.2016 19:20 von

Die EZB hat mit ihren Nullzinsen die Erträge in der Geldanlage geschrumpft. Doch es kommt noch schlimmer: Weil die Inflation wieder steigt, werden viele deutsche Sparer unter dem Strich bald Geld verlieren.

Auf Mario Draghi sind viele Deutsche schon lange nicht gut zu sprechen. Wegen der Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ist die Rendite der Geldanlagen auf ein Mini-Niveau geschrumpft.

Jetzt kommen die Sparer zusätzlich unter Druck. Immer mehr Volkswirte rechnen mit einem Anziehen der Inflation. Damit bleibt von den ohnehin schon schmalen Erträgen nichts mehr übrig. „Im Jahr 2017 könnte die reale Gesamtrendite sogar negativ werden“, prophezeit Deutsche-Bank-Analyst Oliver Rakau. Das heißt: Nach Abzug der Preissteigerung verlieren die Anleger dann Geld.

Im September ist die Inflation in der Euro-Zone auf 0,4 Prozent gestiegen – und sie könnte bald noch deutlich stärker anziehen. Die Gründe sind vielfältig: Die Ölpreise gehen nach oben, die Löhne und Mieten steigen, Nahrungsmittel sowie Dienstleistungen werden teurer. „Wenn wir in zwei Jahren zurückblicken, werden wir den Herbst 2016 als den Wendepunkt diagnostizieren“, sagt Martin Hüfner, Chefvolkswirt beim Fondshaus Assenagon. Die Ökonomen der UBS rechnen bis Ende 2017 mit einer Inflation von 1,7 Prozent. Selbst Draghi betonte am Donnerstag, dass die Preise in den kommenden Monaten zulegen.

Trotz der anziehenden Inflation will die EZB die Leitzinsen „für längere Zeit auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau“ belassen. Das trifft vor allem die deutschen Sparer, die den größten Teil des Vermögens von 5,4 Billionen Euro in Anleihen und auf Bankkonten angelegt haben. „Das Gros der Bundesbürger verharrt in der Falle der Niedrigzinsen“, sagt Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Spätestens jetzt sollten Anleger über Alternativen nachdenken.

Schwere Zeiten für Sparer

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