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Im Vorstand müssen nicht unbedingt Frauen sein

Dienstag, 08.11.2016 07:40 von

Deutsche Vorstandsetagen sind trotz Frauenquote nach wie vor Männerdomänen: Nur ein Zehntel der Mitglieder sind weiblich. Doch laut einer Untersuchung scheint der geringe Frauenteil die Mitarbeiter kaum zu stören.

Trotz Frauenquote dominieren Männer nach wie vor die Vorstandsetagen deutscher Unternehmen. Von 199 Vorstandsmitgliedern der Dax-30-Unternehmen sind nur 21 Frauen. Doch ob ein Unternehmen sich für Gleichberechtigung einsetzt, machen Arbeitnehmer offenbar nicht anhand der Zahl der Frauen in Vorständen abhängig, wie eine Studie von Kununu zeigt.

Für die Untersuchung hat die Karriereplattform mehr als 17.000 Bewertungen von Arbeitnehmern analysiert, die bei einem der Dax-30-Unternehmen arbeiten. Die aktuellen und ehemaligen Arbeitnehmer bewerteten, ob Frauen die gleichen Aufstiegschancen haben, als Arbeitskräfte geschätzt werden und ob Wiedereinsteigerinnen benachteiligt werden.

Das Ergebnis: Mit SAP, Beiersdorf (Beiersdorf Aktie), Infineon (Infineon Aktie) Technologies und Pro Sieben Sat.1 Media führen vier Konzerne das Ranking in der Kategorie Gleichberechtigung an, deren Vorstände ausschließlich mit Männern besetzt sind.

Erst auf dem fünften Platz folgt mit der Deutschen Telekom ein Unternehmen, das mit Claudia Nemat eine Frau im Vorstand hat. Betrachtet man die Top Ten der Rangliste, so ist immerhin in fünf Unternehmen eine Frau im Vorstand vertreten.

Doch je nachdem, ob eine Frau im Vorstand ist, messen die Arbeitnehmer der Gleichberechtigung unterschiedliche Bedeutung zu: Bei Dax-Unternehmen mit weiblichen Vorstandsmitgliedern ist Gleichberechtigung laut Analyse nach dem Kollegenzusammenhalt und dem Gehalt die am drittbesten bewertete Kategorie.

Bei den Konzernen ohne Frauen im Vorstand landet Gleichberechtigung nur an sechster Stelle. Weibliche Vorstände machen ein Unternehmen demnach nicht per se zu besseren Arbeitgebern, geben dem Thema Gleichberechtigung jedoch in der Belegschaft ein anderes Gewicht. „Weibliche Vorstandsmitglieder haben offenbar einen starken symbolischen Effekt, dass Gleichberechtigung im Unternehmen wichtig ist“, sagt Ekkehard Veser, Geschäftsführer von Kununu im deutschsprachigen Raum.

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