IG Metall: Enttäuschung bei Siemens-Beschäftigten über Abbaupläne

Dienstag, 27.09.2016 11:42 von

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die Beschäftigten der Siemens-Antriebssparte sind nach den Worten von Bayerns IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler enttäuscht über die Pläne zum Abbau von 1700 Jobs an den deutschen Standorten. Der Elektrokonzern hatte sich nach wochenlangen Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern auf einen Interessenausgleich geeinigt. Betroffen von den Abbauplänen sind vor allem die vier bayerischen Standorte Nürnberg, Ruhstorf nahe Passau, Bad Neustadt/Saale und Erlangen.

Zwar habe Siemens (Siemens Aktie) zugesagt, alle Produktionsstandorte zu erhalten, doch gebe es große Sorgen vor allem um Ruhstorf, sagte Wechsler der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag in München. Dort sollen 600 der zuletzt rund 1200 Arbeitsplätze wegfallen und lediglich Teile der Elektromotorenfertigung erhalten bleiben. "Es gibt große Sorgen, ob das, was hier vereinbart ist, nach vier Jahren noch leben wird", sagte Wechsler. Angedacht ist dem Vernehmen nach auch, ein Gewerbecenter auf dem bisherigen Siemens-Gelände anzusiedeln.

Einzig beruhigend sei, dass sich der Stellenabbau über vier Jahre bis 2020 hinziehen werde, sagte Wechsler. Er hatte Siemens aufgefordert, die Verlagerung von Produktionsarbeitsplätzen nach Osteuropa zu stoppen. In begrenztem Umfang hätten die Arbeitnehmervertreter dies bei den Verhandlungen auch erreicht, "aber Siemens hält an seiner Verlagerungsstrategie fest". Deshalb erneuere er auch seine Forderung nach einem Verlagerungsstopp bei dem Unternehmen./csc/DP/tos