Ifo-Chef: Weniger Predigten für Athen, aber auch weniger Geld

Freitag, 09.09.2016 10:45 von

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Der Präsident des Münchner ifo-Instituts, Clemens Fuest, sieht Griechenland in der Pflicht, seine Staatsausgaben selbst zu erwirtschaften. "Ansonsten sollte man den Griechen aber selbst überlassen, wie sie ihr Land sanieren sollten", sagte Fuest am Freitag im SWR.

"Deutschland sollte weniger Predigten halten in Europa", fügte er mit Blick auf das Treffen der wichtigsten Südstaaten der EU in Athen hinzu. Es wäre besser zu sagen: "Wir zahlen weniger und dafür machen wir auch weniger Vorschriften."

Bei dem Treffen in Athen wollen die Regierungschefs der EU-Südländer über die Zukunft Europas, die Flüchtlingskrise, die Finanzkrise und das Thema Sicherheit beraten. Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber sprach von einem "Treffen der Weichmacher-Fraktion", die "den nächsten Sturmlauf auf den Stabilitäts- und Wachstumspakt" planten. "Es wird wieder der Ruf nach einer lockereren Haushaltspolitik, mehr öffentlichen Investitionen und Risikovergemeinschaftung aufkommen", erklärte der Vizevorsitzende des Wirtschaftsausschusses im EU-Parlament. Diese Vorschläge dürften sich nicht durchsetzen./rh/DP/stk