Top-Thema

08:37 Uhr -0,03%
Versicherer Ergo würde auch in Energie und Infrastruktur investieren

IEA erwartet schwankende Ölpreise - Wachstumsschub bei erneuerbaren Energien

Mittwoch, 16.11.2016 10:47 von

LONDON (dpa-AFX) - Nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) ist in den kommenden Jahren mit starken Schwankungen der Ölpreise zu rechnen. "Wir stehen am Beginn einer Periode mit einer hohen Volatilität der Ölpreise", sagte IEA-Direktor Fatih Birol am Mittwoch bei der Veröffentlichung des Weltenergieausblicks 2016. Langfristig rechnet die Organisation, in der die Interessen führender Industriestaaten vertreten sind, mit einem weiteren Anstieg der Nachfrage nach Rohöl. Ein großer Teil der künftigen Investitionen zur Abdeckung der globalen Energieversorgung dürfte in erneuerbare Energien fließen.

In den kommenden Jahren wird die sogenannte Fracking-Technik laut IEA weiter eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Ölpreise spielen. Sollten die Ölpreise kurzfristig steigen, könne die aus Ölschiefer gewonnene Fördermenge schnell erhöht werden und für mehr Angebot auf dem Weltmarkt sorgen. Derzeit herrscht am Ölmarkt ein Überangebot, die Ölpreise standen deswegen zuletzt tendenziell unter Druck. Vor allem die USA setzen stark auf die Ölförderung durch die umstrittene Fracking-Technik.

Langfristig geht die IEA davon aus, dass die Nachfrage nach Öl weiter steigen wird. Allerdings erwarten die IEA-Experten einen Rückgang des Treibstoffverbrauchs durch PKW. Die Zahl der Autos werde sich zwar in den kommenden 25 Jahren etwa verdoppeln, hieß es im Energieausblick. Ein geringerer Treibstoffverbrauch moderner Autos und eine steigende Zahl von Elektroautos werden aber den Ölverbrauch in diesem Bereich senken.

Generell erwartet die IEA für die Zukunft eine breitangelegte Veränderung bei der weltweiten Energieversorgung. "Die klaren Gewinner in der Entwicklung der kommenden 25 Jahre sind Erdgas und vor allem Wind- und Solarenergie", sagte Birol weiter. Dagegen werde Kohle seine Spitzenstellung unter den Energieträgern künftig verlieren.

In einem bis 2040 angelegten Szenario geht die IEA davon aus, dass die globale Energienachfrage um 30 Prozent steigen wird. Dabei werde das stärkste Wachstum bei den erneuerbaren Energien liegen. Generell geht die IEA davon aus, dass bis zum Jahr 2040 Investitionen von insgesamt 44 Millionen US-Dollar in die globale Energieversorgung notwendig sein werden, um die wachsende Nachfrage abzudecken. "Ein großer Teil der künftigen Investitionen geht in Kapazitäten auf Basis erneuerbarer Energien", hieß es weiter im Energieausblick./jkr/bgf/fbr