„Ich sehe Trump als Geschäftsmann“

Mittwoch, 23.11.2016 22:00 von

Wird der von Donald Trump geplante Ausstieg aus dem TPP zu einem Handelskrieg führen? Der Chefvolkswirt beim US-Versicherer Prudential (Prudential Aktie), Jürgen Odenius, winkt ab. Im Interview schaut er auf die Staatsverschuldung.

Jürgen Odenius, Chefvolkswirt beim US-Versicherer Prudential, hofft darauf, dass der künftige US-Präsident im eigenen Interesse eine rationale Wirtschaftspolitik betreibt. Wenn sich das bewahrheitet, sollte die US-Konjunktur in den nächsten Jahren gut laufen.

Herr Odenius, bedeutet die Absage von Donald Trump an das pazifische Freihandelsabkommen TPP, dass wir uns auf einen Handelskrieg zubewegen?

Zunächst einmal ist es eine schlechte Nachricht, dass das Abkommen nicht verwirklicht wird. Die Vereinbarung betrifft immerhin rund 40 Prozent des Welthandels. Und Handel schafft Wohlstand, das ist immer noch die überwiegende Meinung bei uns Volkswirten. Aber ich glaube nicht, dass ein Handelskrieg kommt. Ich sehe Trump eher als Geschäftsmann und weniger als Ideologen, jedenfalls ist das meine Hoffnung.

Aber er hat doch vor allem gegenüber China mit höheren Zöllen gedroht.

Es gibt immer noch die Chance, dass es hier zu einer Entwicklung kommt, die nicht allzu viel Schaden anrichtet. Dazu sind aber zwei Voraussetzungen notwendig. Erstens müssen die Chinesen tatsächlich den Willen haben, Überkapazitäten in ihrer Exportindustrie abzubauen. Das wäre durchaus sinnvoll, weil in dem Bereich zu viele Kredite vergeben werden, die zu einer ungesunden Verschuldung des Landes geführt haben. Und zweitens müssen Trump und die chinesische Führung bereit sein, miteinander zu reden und nach Lösungen zu suchen, die für beide Seiten gesichtswahrend sind.

Das sind zwei Voraussetzungen, die sich auch als irrig erweisen können. Aber wie sollten denn Gespräche zwischen den beiden Supermächten aussehen?

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