Herrenausstatter Ahlers verdient dank Sparkurs mehr

Mittwoch, 12.10.2016 13:20 von

Textilunternehmen wie Gerry Weber (Gerry Weber Aktie) leiden unter Rabattschlachten in der Branche. Auch Ahlers (Ahlers Aktie) hat mit Umsatzeinbußen zu kämpfen. Dank Kostensenkungen verdient der Herrenausstatter aber mehr – vor allem in Russland.

Insolvenzen, rote Zahlen und Entlassungen – die Modebranche geht gerade durch schwere Zeiten. Da ist es schon eine Erfolgsmeldung, wenn der Umsatz nur wenig sinkt und der Gewinn sogar steigt – wie bei der Ahlers-Gruppe: Die Modegruppe mit Marken wie „Pierre Cardin“ steigerte ihr Ergebnis vor Ertragsteuern in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2015/16 um fast zwölf Prozent auf 7,5 Millionen Euro. Der Umsatz ging nur leicht um 1,5 Prozent auf gut 184 Millionen Euro zurück.

Die Strategie der Modegruppe aus dem westfälischen Herford geht auf. Sie setzt noch konsequenter als bisher auf ihre Premiummarken wie „Baldessarini“, „Otto Kern“ und „Pierre Cardin“. Mit diesen Marken und mit ihrer Jeans-Marke „Pioneer“ steigerte die Ahlers-Gruppe ihren Umsatz um 2,4 Prozent.

Das börsennotierte Unternehmen, das mehrheitlich der Vorstandschefin Stella Ahlers gehört, hat sich in den vergangenen Jahren konsequent von seinem unprofitablen Geschäft getrennt. Dazu zählten zuletzt die Marke Gin Tonic sowie die Produktion für Handelsmarken.

Mit den verbliebenen Modelinien versucht sich Ahlers von den vielen Konkurrenten abzusetzen, die sich im mittleren Preissegment des Marktes bewegen. Denn dort herrscht ein harter Verdrängungswettbewerb und Preiskampf. Marken wie S.Oliver haben es schwer, sich gegenüber den großen Filialisten wie der spanischen Inditex-Gruppe („Zara“, „Massimo Dutti“) und Billiganbietern wie der irischen Kette Primark zu behaupten.

Außerdem hat sich Stella Ahlers nicht von der Filialisierungs-Euphorie der vergangenen Jahre hinreißen lassen. Viele Konkurrenten wie Gerry Weber haben immer mehr eigene Läden eröffnet – zu viele, wie sich inzwischen herausstellt. Nun müssen die lange erfolgreichen Ostwestfalen unprofitable Läden schließen.

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