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Heidelberger Druck Analyse (1) – Was sagen diese Kennzahlen?

Donnerstag, 12.01.2017 06:20

Kommentar von Rami Jagerali

Lieber Leser,

der im SDAX notierte Wert Heidelberger Druckmaschinen gehört, betrachtet über einen Zeitraum von ein Jahr, mit einem Wertzuwachs von mehr als 30 % zu de Gewinnern mit der zweitschlechtesten Performance Index. Auf Sicht von 5 Jahren konnte ein Wertzuwachs von knapp 80 % verzeichnet werden. Dennoch, schauen wir auf den Kursverlauf, scheint der langfristige Abwärtstrend noch nicht überwunden zu sein. Die Aussichten in der Branche sind nicht sehr positiv und das Unternehmen befindet sich gerade in einer Umstrukturierungsphase. Mit Hilfe von fundamentalen Kennzahlen kann man die wirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens schnell und übersichtlich darstellen. Da es allerdings sehr viele Kennzahlen gibt, ist eine Unterteilung in verschiedene Kategorien sinnvoll. Empfehlenswert ist die Unterteilung in die Kategorien finanzielle Stabilität, Rentabilität, Marktposition sowie Gewinnwachstum. Wir wollen uns die fundamentale Performance der ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 16/17 für Heidelberger Druck anschauen.

Finanzielle Stabilität von Heidelberger Druck in 2016

Die finanzielle Stabilität von Heidelberger Druck wollen wir anhand des sogenannten Gearings feststellen. Das Gearing stellt die Finanzverbindlichkeiten zum Eigenkapital ins Verhältnis und zeigt damit auf, in welchem Maße Finanzverbindlichkeiten durch Eigenkapital gedeckt sind. Per zweites Quartal 2016/17 wurde ein Gearing von 219,05 % was so viel bedeutet, dass die finanzielle Stabilität fraglich ist. Werte zwischen 20-50 % sind als gut einzustufen. Ab 70 % wird die Lage allerdings bedenklich. Im Falle von Heidelberger sind die hohen Finanzverbindlichkeiten auch der Grund für einen Jahresfehlbetrag, wie wir gleich sehen werden.

Rentabilität von Heidelberger Druck in 2016

Ob Heidelberger Druck in 2016 rentabel war, kann man anhand der Eigenkapitalrendite erfahren. Diese stellt den Jahresüberschuss zum Eigenkapital gegenüber. Da der Jahresüberschuss negativ ist, wird da Eigenkapital dementsprechend negativ verzinst und zwar mit -22,22 %.

Marktposition von Heidelberger Druck in 2016

Die Marktposition wollen wir mit Hilfe der Umsatzrendite erfahren. Diese wird durch die Gegenüberstellung des Jahresüberschusses zu den Umsatzerlösen berechnet. Per Q22016/17 beträgt, unseren Berechnungen nach, die Umsatzrendite -2,61 %. Generell gilt: Eine niedrige Umsatzrendite zeugt von schwacher Marktposition und sollte im längerfristigen Vergleich herangezogen werden. Eine Umsatzrendite zwischen 10-20 % deutet auf eine recht solide Marktstellung hin.

Gewinnwachstum von Heidelberger Druck in 2016

Das Gewinnwachstum werden wir mit Hilfe des Gewinns je Aktie feststellen, da dieser Gewinn auch tatsächlich den Aktionären zur Verfügung steht. Er ergibt sich durch Division des Jahresüberschusses und Aktienanzahl. Den eigenen Angaben nach, beträgt der Gewinn je Aktie (EPS) per Q2 2016/17 -0,11 Euro. Das ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine negative Entwicklung, da im vergangenen Jahr ein Gewinn von -0,05 Euro für den gleichen Betrachtungszeitraum zu Buche stand. Das KGV berechnet sich damit auf -23,75.

Fazit

Heidelberger Druck ist gemäß dem letzten Quartalsbericht und den oben berechneten Kennzahlen nicht gut aufgestellt. Es herrscht eine hohe Überschuldung vor. Das negative Finanzergebnis wirkt sich dementsprechend negativ auf das Periodenergebnis aus. Auf das eingesetzte Kapital wurde ein Renditeverlust verzeichnet und der Gewinn je Aktie stagnierte ebenfalls deutlich. Erstaunlich ist dennoch, dass die Aktie sich in den letzten fünf Jahren stabil gehalten hat. Das mag teilweise an der Abhängigkeit vom Auftragsvolumen liegen.

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