Hauptversammlung hat juristisches Nachspiel

Donnerstag, 29.09.2016 14:20 von

Der Stada-Großaktionär AOC hat eine Klage gegen die Aufsichtsratswahl des Arzneimittelherstellers eingereicht. Der Investor bezweifelt, dass es bei der Hauptversammlung mit rechten Dingen zuging.

Die Hauptversammlung des Arzneimittelherstellers Stada (STADA Aktie) hat ein juristisches Nachspiel. Der Investor Active Ownership Capital (AOC) hat beim Landgericht Frankfurt Klage gegen Beschlüsse des Aktionärstreffens eingereicht, wie ein AOC-Sprecher erklärte.

Konkret geht es dabei um die Wahl der zwei neuen Aufsichtsratsmitglieder Birgit Kudlek, zuletzt Vorstand beim Pharma-Auftragshersteller Aenova, und Gunnar Riemann, ehemaliger Bayer (Bayer Aktie) -Manager. Der mit gut fünf Prozent an Stada beteiligte Investor bezweifelt, dass es bei der Wahl mit rechten Dingen zugegangen. Seine beiden Kandidaten waren im zweiten Wahlgang in einer Kampfabstimmung gegen Kudlek und Riemann unterlegen.

Ein Stada-Sprecher sagte, dem hessischen Unternehmen liege die Klage noch nicht vor, Stada werde diese prüfen. AOC hatte bereits auf der Hauptversammlung Widerspruch gegen die Wahl angekündigt. Der Investor wollte sich am Donnerstag zu der Klage nicht näher äußern, bekräftigte aber, er unterstütze den Stada-Vorstand bei der Neuausrichtung des Unternehmens.

AOC hatte nur einen seiner vier Gegenkandidaten für den Aufsichtsrat durchgebracht, aber mit der Abwahl von Aufsichtsratschef Martin Abend einen Teilerfolg gefeiert. Der Investor war seit Monaten auf Konfrontationskurs. Stada selbst hatte auf Druck von AOC die Verjüngung des Kontrollgremiums forciert. Drei Apotheker und ein Arzt, die dem Gremium zum Teil seit Jahrzehnten angehörten, stellten sich nicht mehr zur Wahl. Sie wurden durch Kandidaten mit Management- und Branchenerfahrung ersetzt.

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